das thema mindestlöhne ist mal wieder auf das politische parkett zurückgekehrt. und die üblichen verdächtigen kommen direkt wieder mit den altbekannten “argumenten”: cdu/csu (namentlich michael glos) und fpd (namentlich guido westerwelle) schüren sofort die angst dies zerstöre die wichtigen arbeitsplätze in deutschland.

aber seien wir mal ehrlich, was bringt mir ein arbeitsplatz wenn ich mit einem vollzeitarbeitsplatz nicht in der lage bin ein menschenwüdiges leben zu führen? ist es zuviel verlangt dass meine arbeit mir mindestens soviel geld einbringt dass ich ohne sozialhilfe und co mein leben führen kann? sind dies nicht forderungen die direkt von §1 unseres grundgesetzes gedeckt werden? “die würde des menschen ist unantastbar” – ich würde meine würde angegriffen fühlen wenn ich neben einer 40-stunden-woche noch zur agentur für arbeit pilgern dürfte, nur um mir ein normales leben zu ermöglichen!

und zu den arbeitsplätzen die dann laut konservativen und pseudo-liberalen aus deutschland verschwinden sollen, würden wir diese arbeitsplätze vermissen? die menschen, die von eben diesen mindestlöhnen profitieren würden, würden das geld ja nicht auf der bank legen – das geld würde für konsum in deutschland ausgegeben. wer geld, im schlimmsten fall an der steuer vobei, auf konten im ausland schafft, dort liegen lässt und somit nicht wieder in den wirtschaftkreislauf einbringt sind die typische wählerklientel gerade der fdp, aber in weiten teilen auch der cdu/csu! machen wir uns doch nichts vor, der im grundgesetz satz “besitz schafft gesellschaftliche verantwortung” hat keine bedeutung mehr, es gilt “please the shareholders”.

ohne mindestlöhne können wir mit unserer sozialen marktwirtschaft auch direkt unser grundgesetz beerdigen – vielleicht etwas hart formuliert, aber denkt mal drüber nach.