erweiterungen der eueuropa ist inzwischen ein für diverses genutzter begriff, man schaue nur auf die entsprechende seite bei wikipedia. das meiste ist für unsere frage uninteressant, und geografisch ist die frage ja einfach zu klären: grob gesagt alles was zwischen ural und schwarzem meer im osten, dem mittelmeer im süden, dem atlantik im osten und dem nordpol im norden liegt.

politisch ist das ganze nun schon etwas komplizierter, aus der montanunion mit deutschland, frankreich, italien und den beneluxstaaten ist inzwischen eine ziemlich große union mit 27 mitgliedsstaaten geworden. und einige weitere wollen möglichst bald beitreten: mazedonien, kroatien und türkei sind aktuell beitrittskandidaten, die ukraine beispielsweise würde dies gerne werden. bei den überlegungen zum beitrittskandidaten türkei ist die frage nach einer definition europas besonders stark diskutiert, immerhin wäre sie das erste beitrittsland mit mehrheitlich islamischer religion und nur marginalem staatsgebietsanteil auf dem geografischen kontinent europa. andererseits muss man sehen dass die türkei respektive das osmanische reich als ihr vorgänger (und auch deren vorgänger auf dem gebiet), geschichtlich stark an europa angelehnt ist. egal ob griechische kolonien in kleinasien, konstantinopel als ost-rom, das osmanische reich mit seinen mittelalterlichen feldzügen auf dem balkan und seiner teilnahme am ersten weltkrieg, …. das türkische gebiet war immer das bindeglied zwischen europa und dem nahen osten. und genau das könnte die türkei in der eu wieder sein. gerade durch seine laizistische ausprägung seit atatürk wäre die türkei dafür in der eu akzeptierbar.

und gerade deutschland hat geschichtlich eine starke bindung an die türkei: spätestens nach dem berliner kongress 1878 gab es gute beziehungen zwischen dem sultan am bosporus und dem deutschen kaiser, beziehungsweise ihren staaten. preussische berater halfen im 19ten jahrhundert dem osmanischen reich zu ersten industriellen schritten, deutschland baute die bagdad-bahn und sprach sogar von einer bahn berlin-bagdad. im ersten weltkrieg entschied sich der sultan für ein bündniss mit deutschland und österreich-ungarn. nach dem verlorenen krieg und der entstehung der republik türkei wurden in der türkei ab 1926 das schweizer zivilrecht, das deutsche handelsrecht und das italienische strafrecht eingeführt. als in den 1960ern in deutschland wegen starkem arbeitnehmermangels damals sogenannte “gastarbeiter” gesucht wurden kamen besonders viele arbeiter aus der türkei.

ich denke auch wenn geografisch die türkei kaum als europäischer staat ansehbar ist, und das ausstehen gewisser politischer veränderungen einem beitritt noch im wege stehen, auf dauer muss die türkei in die eu. die eu sollte mit einem katalog der notwendigen veränderungen an die türkei herantreten, und wenn diese erfüllt sind sollte die türkei aufgenommen werden. die eu ist kein christlicher club!