jerusalem.jpgviele alte städte leben von tourismus! eine wichtige pilgerstadt für eine religion sein kann einer solchen stadt zusätzliche vorteile bringen – allein schon die wirtschaftlichen vorteile durch einen gut gesicherten pilger-tourismus. scheinbar wird das ganze aber ein problem wenn man für mehrere religionen als wichtige (oder gar wichtigste) stadt gilt! jerusalem wird von 3 großen religionen beansprucht, in der stadt gibt es heilige stätten für judentum, christentum und islam. der ölberg mit dem garten getsemani, die klagemauer, die grabeskirche, der felsendom und die al-aqsa-moschee – jerusalem hat als heilig betrachtete orte die für 4-5 städte gereicht hätte! aber auch wenn man die religionen außer acht lässt, jersualem war historisch auch so immer wieder spielball von großmächten: ägypter, babylonier, byzantiner, römer, perser, ayyubiden, mameluken, tartaren, mongolen, osmanen und briten, sie alle waren in der region aktiv und hielten jerusalem eine gewisse zeit. zusätzlich gab es die religiös motovierten kriege der kreuzzüge, in welchen jerusalem immer wieder den besitzer wechselte.
die moderne geschichte jerusalems beginnt eigentlich nach dem ersten weltkrieg, als die osmanen das gebiet verloren (in dieser phase ist angeblich auch das lied hava nagila entstanden) und die briten, trotz der ereignisse um den sogenannten lawrence von arabien, die region defacto in ihr kolonialreich integrierten. die lokalen muslimischen palästinenser hatten auf ein freies arabisches reich gehofft, die juden auf ein ende der diaspora, aber der völkerbund stellte das gebiet unter britische verwaltung.

staatserklarung-israel.jpgnach dem zweiten weltkrieg war das britische kolonialreich nicht mehr aufrecht zu erhalten, und viele juden zogen in das britische mandatsgebiet, nachdem schon während der mandatszeit mehrere jüdische immigrationswellen das bevölkerungsbild massiv verändert hatten. als am 14. mai 1948 das britische mandat endete, erklärte wenige stunden zuvor david ben gurion vor dem jüdischen staatsrat die israelische unabhängigkeit, und noch in der selben nacht erklärten ägypten, saudi-arabien, libanon, jordanien, irak und syrien israel den krieg. nach dem schrecken des holocaust konnten sich die juden keine weitere niederlage leisten, und innerhalb von weniger als einem jahr zwang israel seine feinde nach großen israelischen landgewinnen zu waffenstillstandsverhandlungen. bis in die mitte der 70er jahre musste israel seine existenz mehrmals gegen die umliegenden arabischen staaten militäriscsh verteidigen (auch wenn sie manchmal selbst der angreifer waren), und immer waren ihre (von den usa und westeuropa unterstützen) armeen gegen die (von der sowjetunion unterstützten) arabischen armeen erfolgreich. als in den 80ern die arabischen staaten langsam begriffen dass mit krieg wenig auszurichten war begann die nächste phase der bedrohung israels – die erste intifada durch die plo.

seit den 90ern, und dem wegfall der bedrohung des kalten krieges, gibt es bestrebungen der westlichen welt durch einen friedensprozess im nahen osten auch diesen krisenherd zu beruhigen – und zeitweise gab es gute fortschritte in diese richtung, unter anderem die errichtung der palästinensischen autonomiegebiete im gazastreifen und westjordanland. leider gibt es auf beiden seiten kräfte, welche diesen friedensprozess be- und verhindern wollen – und aktuell sieht es so aus dass sich die region aktuell näher an einer weiteren eskalation befinden als einem weiteren schritt zum frieden. die frage ist welche möglichkeiten für einen frieden noch bestehen:

  • die arabischen staaten werden akzeptieren müssen dass sie die inoffizielle atommacht israel mit größter wahrscheinlichkeit nicht “ins meer treiben” werden können
  • der staat israel muss sich endlich zu einer zwei-staaten-lösung bekennen und seine siedlungspolitik einstellen
  • der israelische und der (zu gründende) palästinensische staat müssen beide ihre hardliner unter kontrolle bringen, und den terrorismus bzw die gewaltsame besatzungspolitik beenden
  • nur wenn der israelische den palästinensischen staat, und der palästinensische den israelischen staat schützen wird, haben beide staaten eine option auf eine friedliche ko-existenz

barcola-peace-team.jpgeine friedliche koexstienz wird vielleicht die sicherheitssituation verbessern, aber die vorurteile gegenüber der “anderen seite” nicht beseitigen. aber genau dies kann eine andere initiative vielleicht erreichen: bei veeoo.fooball.daily kann man über das peres center for peace lesen, welches durch gemeinsame sportaktivitäten israelischer und palästinensischer kinder und jugendlicher begegnungen schaffen will um damit vorurteile abzubauen. in einem video über diese initiative sieht man von den fussballschulen, vom gemeinsamen friedensteam und seinen spielen gegen die bayernjugend und barcelona, die unterstützung durch josé mourinho, ronaldo, sean connery und sharon stone, … das video lohnt sich, und ich glaube genau solche initiativen können dafür sorgen dass wir, wenn auch erst in ein paar jahren, auf beiden seiten menschen haben die wissen, dass auf beiden seiten mehrheiten leben, welche eigentlich frieden wollen!

und dann hat der friedensprozess wirklich eine chance!