des Mannes Tabuthema & Demontage eines Mythos’
So, da der Tobi ja mich (auch Tobi) wegen offenbar grassierender Gastbloggeritis angesprochen hat, und mir aufgrund des über meinem Kopf schwebenden Sims-ähnlichen großen Fragezeichen hinsichtlich einer Thematik verschiedene Tipps gab, greife ich nun folgenden Hinweis auf:
“überlegt doch mal worüber ihr Euch mit Arbeitskollegen, Freunden, XYZ unterhaltet – und welche der Themen mehr Leute interessieren könnten”
Es geht nicht darum, Geschäfte in Liechtenstein zu machen, oder mal wieder einen Handy-Hersteller zu boykottieren der abwandert, nein, ich habe mir als furiosen Einstieg ein Thema absoluter Brisanz ausgesucht, so dynamitär heikel dass einige Männer vermutlich eher zugeben würden interessiert nach günstigen Angeboten in den Viagra-Mails im Spamordner zu stöbern, als sich in folgender Hinsicht die Blöße zu geben.
Das Alter. Und daraus resultierende… ich nenne es mal… Veränderungen.
Die 30 wird ja immer so als magische Panikgrenze betrachtet, sowohl bei Männlein denn auch bei der holden Weiblichkeit. Wirklich etwas darauf geben würde ich nicht, die 30 ist bei mir ja schon 16 Monate durch, und ich lebe trotzdem noch.
OK, es wachsen schonmal Haare an Stellen, wo man es kaum für möglich hält, aber die sind in den Griff zu bekommen.
Und, OK, wenn man die Prämissen als 18jähriger, welche sich im Großen und Ganzen um die Freizeitgestaltung drehen, vergleicht mit denen als 31jähriger, die dann hauptsächlich das Thema Lebensunterhalt abdecken, dann wünscht man sich schon hin und wieder (täglich) die sorgenfreie Jugendzeit zurück. Aber auch damit kommt man klar, empfohlenes Mittel:
“the times went by, and the trends moved on, but the spirit of youth, we still carry on!”
Ein meiner Meinung nach geiler Spruch, nicht anders zu umschreiben, na,wer weiß woher er stammt?!?
Aber nun doch mal zum angesprochenen Tabu: was mich am allermeisten fertig macht ist folgendes:
WARUM zur Hölle muß ich eine richtig gute Party mit Unmengen vom besten der Natur, sprich der geliebten Gerstenkaltschale, mittlerweile am besten Freitags feiern und mir den Samstag frei nehmen???
Denn mittlerweile läuft das Ganze so: Auf der Party am normalen Samstag abend mal richtig zugeschlagen, kann man den Sonntag komplett ausklammern, und Montag früh auf dem Weg zur Arbeit fühlt man sich so wie sonst den Sonntagmorgen auf dem Weg zum Frühstückstisch… Nachdem Freitag auch schon durchgefeiert wurde!
Der Idealfall, um etwas vom Wochenende zu haben , muss ja beinahe so aussehen:
Freitag: Chef informieren, dass moin frei sein muß. Auf die Party gehen, Sau raus lassen.
Samstag: —
Sonntag: leicht verkatert aufstehen, frühstücken, Tag soweit geniessen, wundern wo die vorherigen 24 Stunden hin sind.
Montag: wieder ins Tagesgeschäft integrieren, sich fragen warum man garnicht mehr richtig weiß was letzten Donnerstag so alles anlag…
Hey, verehrte Herren der Schöpfung: mag sein dass ich mich hier grad geoutet habe, dann hackt nicht auf mir rum, sondern gratuliert mir zu meinem Mut!
Und vielleicht habe ich ja erreicht, dass sich der ein oder andere hier ein wenig wiedererkennt, und dazu beigetragen dass das Tabuthema “Ich kann nicht mehr soviel saufen wie früher” ein wenig mehr Akzeptanz in der Herrengesellschaft findet.
Mit einem breiten Grinsen, bestens grüßend,
Euer Tobi-Gastblog-Mann!




vor circa 3 jahren
kann ich nicht nachvollziehen tobi, allerdings wohl deshalb weil ich seit anfang dezember kein alkohol mehr getrunken habe!
vor circa 3 jahren
Sehr guter Artikel! Obwohl ich viel weniger Alkohol trinke heute (ich bin Baujahr 1976) fühl ich mich nicht schlechter, meine Lebensqualität hat also nicht gelitten. Wohl eher frag ich mich, warum ich nicht mehr jedes Wochenende in einer Disco verbringe… Na ja, ich war letzthin wieder mal ein einer Disco und es war LANGWEILIG! Da tönte Musik, die ich mir jeden Tag am Radio reinziehen kann… Ihr seht, das Thema lässt sich erweitern…
vor circa 3 jahren
japp, discos und kneipen stehen inzwischen definitiv hinter einer gemütlichen runde in privater atmosphäre an.
vor circa 3 jahren
’76 ist auch mein und des anderen tobi’s jahr…
aber ist nicht gerade dass das furchteinflößende, dass man(n) feststellt das die lebensqualität NICHT gelitten hat?!?
und das kneipen einem NICHT mehr jedes wochenende das gefühl geben, geborgen und “angekommen” zu sein?
nee, scheinbar nicht schlimm und furchteinflößend, aber hättet ihr mir das mal vor ein paar jahren erzählt… doch irgendwie leicht gruselig. nicht. doch, ein bißchen. nicht. doch. nicht.