bücherberbrennung… diese worte waren heute vor 75 jahren teil des slogans eines verbrechens, mit welchem die gerade an die macht gelassenen nazis direkt mal zeigten, mit welcher härte sie gegen die von ihnen abgelehnte kultur vorzugehen gedachten. die “deutsche studentenschaft”, seit 1931 beherrscht von nazi-studenten, hatte angekündigt, mit einer “aktion wider den undeutschen geist” gegen die jüdischen, sozialistischen, liberalen und pazifistischen teile der deutschen kulturlandschaft vorzugehen, und dabei alle ihnen zur verfügung stehenden propagandistischen mittel zu verwenden. und der höhepunkt war dann am 10/05/1933 die verbrennung von büchern in mehreren deutschen universitäten, insgesamt 21 unis waren an diesem tag schauplatz dieses grausigen aktes.

neben heute eher weniger bekannte autoren verbrannten die nazis dabei bücher von:

  • karl marx
  • karl kautsky
  • heinrich mann
  • erich kästner
  • siegmund freud
  • erich maria remarque
  • kurt tucholsky
  • carl von ossietzky

interessant ist übrigens, dass oskar maria graf, nachdem er feststellte dass seine werke nicht verboten und verbrannt wurden, mit den worten “verbrennt mich! nach meinem ganzen leben und nach meinem ganzen schreiben habe ich das recht, zu verlangen, dass meine bücher der reinen flamme des scheiterhaufens überantwortet werden und nicht in die blutigen hände und die verdorbenen hirne der braunen mordbande gelangen. verbrennt die werke des deutschen geistes! er selber wird unauslöschlich sein wie eure schmach!” protestierte, und 1934 seine werke verboten wurden. seien wir froh, dass er recht hatte, und auch heute noch tucholsky, ossietzky, kästner, freud oder remarque als klassiker gelten, und auch im schulunterricht und privaten bücherregalen ihren platz haben – was wäre denn eine kindheit oder “emil und die detektive” beispielsweise?

heinrich heines “dies war ein vorspiel nur, dort wo man bücher verbrennt, verbrennt man am ende auch menschen” von 1821 scheint einem heute im rückblick schon fast prophetisch.