deutsche kolonien – deutsch-ostafrika

beim zweiten teil der serie geht es in einem großen satz aus der südsee an die ostküste afrikas, dem ehemaligen schutzgebiet deutsch-ostafrika. die geschichte dieser kolonie ist eng verbunden mit dem namen dr carl peters, dem gründer des schutzgebietes. als es ihn beruflich nach london verschlug, entwickelte er starke bewunderung für englands weltmachtstellung und kolonialismus, und wünschte sich eine ähnliche stellung deutschlands in der welt. nach der gründung einer kolonialgesellschaft 1884 reiste er nach ostafrika und begann sofort dort ansässige stämme schutzverträge unterschreiben zu lassen – naja eigentlich machten die häuptlinge einfach nur kreuzchen unter deutschsprachige formulare, welche peters und seiner gesellschaft im grunde das recht gaben mit dem land zu machen was sie wollten. aber was für gerechtigkeit kann man auch schon von einem kolonialisten erwarten, welcher selbst in seiner zeit als besonders rassistisch galt? naja, mit den verträgen trat peters dann an bismarck heran, und nachdem peters gedroht hatte das gebiet belgien anzubieten ließ bismarck auch den kaiser den schutzbrief ausstellen.
so abgesichert erweitert peters das schutzgebiet immer weiter, und baut in diesem ein (selbst für die eh schon streng geführten deutschen schutzgebiete) äußerst hartes regime auf, die afrikaner nannten ihn “mkono wa damu”, was übersetzt “blutige hand” heißt. die von ihm als minderwertig bezeichneten schwarzen waren für ihn nur für drei dinge zu gebrauchen: als arbeiter, diener und konkurbinen. von eben solchen “hielt” er sich mehrere. seine expansion wurde erst gestoppt, als deutschland mit dem helgoland-sansibar-abkommen seine interessengebiete mit england abstimmte und ausglich (worüber peters empört war und sich als protest im “alldeutschen verband” engagierte, einem ultranationalistischen verband, welcher sowohl an der gründung, als auch der ausarbeitung des ideologischen gerüsts der nsdap beteiligt war). in der verwaltung war peters scheinbar recht inkompetent, 1888/89 brach ein aufstand der einheimischen bevölkerung aus und das deutsche reich übernahm die unmittelbare verwaltung der kolonie, peters wurde aber noch als reichskommisar eingestellt. als von einer seiner scharzen sex-sklavinnen ein verhältnis mit einem diener bekannt wurde hängte peters beide und brannte ihre heimatdörfer nieder, ein verhalten das selbst deutschland so nicht akzeptierte – untersuchungen wurden gestartet, peters erst ins kolonialministerium beordert und 1897 dann unehrenhaft entlassen. peters ging zurück nach london und engagierte sich im goldbergbau in den britischen kolonien südafrikas. das durch ihn begründete schutzgebiet ist beeindruckend, auf 995km² lebten 1913 7.700.000 Menschen, davon gerade mal 4100 Deutsche und 1200 andere Weiße.
nach kriegsausbruch wehrt sich die schutztruppe, verstärkt durch die besatzungen des versenkten kreuzers “königsberg” und des vermessungsschiffs “möwe”, hartnäckig gegen die einmarschierenden belgier und briten. als einzige kolonie wird deutsch-ostafrika bis kriegsende nicht vollständig erobert, am 14/11/1918 ergibt sich generalmajor von lettow-vorbeck mit seiner truppe auf befehl berlins, die noch übrige truppe aus 30 offizieren, 125 unteroffizieren und mannschaften, 1168 askari und über 1500 trägern legt die waffen nieder, und 1919 werden die deutschen in die heimat ausgeschifft.
mit dem versailler vertrag teilten sich portugal, belgien und großbritannien das gebiet auf, in den 1960ern erklärten dann diese kolonien ihre unabhängigkeit von den kolonialherren und heute teilen sich das gebiet des ehemaligen deutschen schutzgebietes deutsch-ostafrika die republiken tansania, ruanda und burundi.
wer weitere informationen sucht, interessante quellen sind bei wikipedia.de und deutsche-schutzgebiete.de zu finden!



