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wir bleiben auf dem afrikanischen kontinent, der dritte teil der serie lässt den fokus nach südwesten wandern, nach deutsch-südwestafrika! gerade diese kolonie hat einiges an spuren hinterlassen, obwohl es weder die stärkst ausgebaute, noch die wirtschaftlich stärkste kolonie war. 1883 hatte heinrich vogelsang, im auftrag des händlers adolf lüderitz, im gebiet nordwestlich des britischen südafrika erworben, mit der britischen enklave walfischbai, welches die briten bereits 1878 besetzt hatten. schnell erwirkte lüderitz bei bismarck den schutz des reiches, und bis 1890 erreichte deutsch-südwestafrika mit 835.000 km² die anderthalbfache größe des reiches, bei gerade mal 200.000 einwohnern. 1904 lebten im schutzgebiet gerade mal 2500 deutsche und 1300 andere weiße (vor allem buren und briten) – der rest wären hauptsächlich die (mehr oder weniger einheimische) herero, ovambo und die “hottentotten” genannten nama.

karte detusch-südwestafrika1888 begann ein aufstand der herero unter ihrem anführer hendrick witbooi, und die schutzlose gebietsverwaltung floh in die britische enklave walfischbai. daraufhin entsandte das deutsche reich eine kleine schutztruppe, welcher es auch gelang den aufstand immer weiter einzudämmen und 1894 tatsächlich beendete. aber bereits 1903/1904 sorgten jeweils aufstände der bondelwarts und herero wieder für kriegszustände im schutzgebiet, und diesmal dauert es bis 1908 dass die aufständigen einheimischen wieder befriedet sind. im selben jahr fand man in der lüderitzbucht erste diamanten, und bis zum kriegsbeginn entwickelte sich um lüderitz herum ein starker abbau dieses bodenschatzes, genauso wird 1908 die 545 km lange eisenbahnstrecke von lüderitzbucht über seeheim, keetmannshoop und wieder seeheim bis kalkfontein fertiggestellt. deutsch-südwestafrika stand also ab diesem zeitpunkt auf wirtschaftlich guter grundlage, unglücklicherweise (weil der kolonialismus hörte damit ja nicht auf) zerstörte der weltkrieg ab 1914 diese entwicklung!

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im september 1914 beginnen südafrikanische truppen den vormarsch ins deutsche schutzgebiet, und die deutschen truppen können keinen wirklichen sieg erringen, eigentlich durchgängig gibt es nur verlustreiche rückzüge. bis august 1915 erobert südafrika das gesamte gebiet und der krieg ist für deutsch-südwestafrika beendet; und mit dem versailler vertrag erhält südafrika offiziell das gesamte deutsche schutzgebiet, allerdings unter völkerbundmandat. viele deutsche werden ausgewiesen, und erst 1923 einigen sich deutschland und großbritannien auf ein garantiertes heimatrecht der deutschen siedler. als nachfolgeorganisation des völkerbundes entziehen die “vereinten nationen” 1966 südafrika das mandat, aber erst nach dem fall des apartheitregimes wird das gebiet unabhängig – und erklärt sich im märz 1990 als namibia unabhängig!

vielleicht eine interessante “anekdote” ist die tatsache, dass von 1885 bis1890 die verwaltung deutsch-südwests dr heinrich ernst göring unterstellt war, dem vater des späteren nazi-politikers hermann göring.

wer weitere informationen sucht, interessante quellen sind bei wikipedia.de und deutsche-schutzgebiete.de zu finden!