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  1. burgentour juni 08

marksburg vom parkplatz aus

ich hatte ja erzählt dass mein auto gestorben ist, und ein neues her musste. tja, diese woche habe ich urlaub, und irgendwie ist nach dem autokauf nicht mehr genug geld auf der hohen kante gewesen um den geplanten trip nach dublin auch verwirklichen zu können. also dachte ich mir ich mache wenigstens mal ne tagestour, hauptsache mal weg aus dem alltag und was neues sehen. also hab ich mich am mittwoch mal ins neue autochen gesetzt und mich aufgemacht zur

burgentour juni 08

japp, klingt nach mehr als es wirklich war, aber man muss ja auch mal ein wenig übertreiben! eigentlich hatte ich nur geplant, mir endlich mal die marksburg anzuschauen, also kurz über den westerwald nach koblenz düsen und sich “die einzige nie zerstörte höhenburg am mittelrhein” zu gemüte führen, soll sich ja laut jedem, den ich fragte, absolut lohnen. die fahrt verlief eigentlich total unbemerkenswert, bis auf den fakt dass mir auf dem letzten stück eine burg über der autobahn auffiel, laut hinweistafel burg lahneck.

marksburg mit und ohne putzbei der marksburg angekommen, durfte ich feststellen dass der mittwoch kein richtig schlechter tag war, es war nicht zu überlaufen, allerdings waren mehrere kindergarten- und schulgruppen da, und eine der grundschulgruppen bekam ich bei meiner führung dabei. die führung dauert 50 minuten, da ist der preis von 5€ absolut angemessen finde ich. und der burgführer, wusste nicht nur massig interessantes zur burg zu berichten, auch der mittelalterliche ursprung diverser sprichwörter wurden erklärt. auch wenn die marksburg nie zerstört wurde, die einrichtung ist leider nicht original aus dieser burg, sie wurde zusammengetragen von vielen anderen stellen, ist aber historisch. da steht einfach mal ne kiste von 1647 in der kemenate, oder eine alte hinterladerkanone auf dem vorbau – schussrichtung rhein. es ging von einer wappenreihe der ehemaligen besitzer (von eppstein, von katzenelnbogen, hessen, nassau, preußen) über die reitertreppe in den burggarten, über den palas in die kemenate, durch die küche in den rittersaal, durch den kapellenturm in die rüstkammer, über die folterkammer in die schmiede – und jeder einzelne raum war ansprechend eingerichtet und wurde geil erklärt. einziges manko der führung, es ging nicht auf den bergfried rauf, keine ahnung ob der immer gesperrt ist, und wenn ja warum; der ausblick müsste herrlich sein von da oben, aber auch so konnte man gut bis burg stolzenfels rüberschauen! bis auf dieses kleine detail muss ich sagen war die ganze führung geil, das hat richtig gaudi gemacht! also noch kurz im shop eine schön gemachte karte des deutschen kaiserreichs besorgt (heiliges römisches reich deutscher nation), und wieder runter vom berg zum auto.

lahneck burgfriedda aber noch genug zeit war, an der eben gesehenen burg lahneck vorbeizuschauen kurz das navi umprogrammiert, und 15 minuten später war ich am parkplatz der zweiten burg des tages. was als erstes auffällt ist dass direkt auf der gegenüberliegenden rheinseite burg stolzenfels liegt, die burg die man von der marksburg aus den rhein runter sehen konnte. krass, wie nah die burgen am mittelrhein stehen. burg lahneck thront über dem punkt, an welchem die lahn in den rhein mündet, und ich hatte das glück dass schon kurz nach meiner ankunft eine führung startete, angenehmerweise mit gerade mal 5 besuchern inklusive mir. burg lahneck ist kleiner als stolzenfels, aber noch heute teilweise bewohnt, aber auch hier gibt es die üblichen räumlichkeiten zu sehen: küche, verlies, kapelle, rittersaal und wohnräume in diversen einrichtungstilen. auch hier wusste der führer einiges interessantes zu erzählen und zu zeigen, beispielsweise eine kriegskasse aus dem 30jährigen krieg oder ein riesen bildnis der britischen königin victoria, welche in jungen jahren burg lahneck besucht hatte. sehr interessant war es, dass ein bildnis eines bischofs so gezeichnet war, dass, egal wo man sich in den raum stellte, der bischof einen ansah und sein linker fuß genau auf den betrachter gerichtet war – eine technik die angeblich einmal sehr verbreitet war und irgendwie mit der zahl pi zu tun hatte, ich habs leider nicht genau verstanden. an mehreren stellen erklärte man uns auch auf dieser burg sprichwörter, das scheint beliebt zu sein auf burgen, was für mich den spaß an sowas noch erhöht. der höhepunkt aber war die tatsache, dass der bergfried begehbar ist, mit einem geilen blick auf die lahn, den rhein und burg stolzenfels. diese zweite führung des tages war zwar minimal kürzer, sie dauerte 40 minuten, war aber mit 3,50€ genauso prima kalkuliert.

leider passte es zetlich dann nicht mehr, auch noch burg stolzenfels anzusehen, also zurück über den westerwald ins schöne siegerland! nach dem fußball versuchte ich die bilder des tages in einer gallery hier auf den blog zu kriegen, aber das plugin nextgen gallery wehrt sich noch massiv mir den gefallen zu tun und einfach zu machen was es soll – die 41 bilder sind also erstmal bei flickr einsehbar!