die tore der welt
japp, es geht nach längerer zeit tatsächlich nochmal um literatur auf diesem blog, und das sogar um ein buch, für welches der autor angeblich 49 millionen als vorschuss erhielt. japp, es geht um “die tore der welt“, den angeblichen nachfolger der “säulen der erde“. die säulen halte ich persönlich für ein meisterwerk, habe das buch in meiner schulzeit gelesen, später in meiner zivizeit das hörspiel im radio verfolgt, und beide male hat es mich absolut gefesselt. ein dicker schinken, aber ein historischer roman, welcher in solch erstklassiger weise interessante charaktere vor einer historisch gut recherchiert erscheinenden handlungskulisse auf spannende weise ihr schicksal meistern lässt, ein solcher roman ist mir seitdem nicht untergekommen. die säulen sind ein buch, welches man gelesen haben sollte, welches mit recht einen ehrenplatz neben unsterblicher literatur wie dem herrn der ringe beanspruchen darf. als ich hörte, dass ken follet einen nachfolger veröffentlicht habe, wüsste ich dass ich dieses buch lesen müsste.welch ein trugschluss!
die tore der welt ist nicht schlecht geschrieben, keine frage. es lässt sich erstklassig lesen, trotz der 1300 seiten kommt man prima durch, ich habs relativ fix durchgelesen gehabt. aber es ist ein ganz, ganz anderes buch – und ich muss gestehen, es ist um meilen schlechter!
- die charaktere sind denen aus dem vorgänger viel zu ähnlich! warum nutzt man nicht die chance, charaktere mit neuen eigenschaften zu entwickeln?
- warum gibt es keine graustufen? alle charaktere haben entweder nur positive oder nur negative eigenschaften, was das ganze etwas zu vorhersehbar macht!
- es macht ein buch nicht interessanter, wenn jedes problem möglichst im nächsten kapitel gelöst wird, und in dem nächsten kapitel wird wieder ein problem daraus. es wirkt dann irgendwie mehr nach einer soap-opera als nach einem roman.
- es ist, auch an der verzweifelsten stelle, jederzeit der ausweg aus dem problem nicht nur schnell erreichbar, es ist auch (nahezu) durchgängig erkennbar
sorry ken follet, so angenehm leicht das buch auch zu lesen ist, so leichter stoff ist es auch! klar, ein erfolg wie “die säulen der erde” ist schwer wiederholbar – aber ein so schlechtes ergebnis ist schon schwer erreichbar!




vor circa 2 jahren
Hi,
ich arbeite in einer Bibliothek und Deine Erfahrungen decken sich mit den Aussagen der meisten Leser bei uns. Ich habe auch “Säulen der Erde” gelesen und war beeindruckt. Die epische Breite des Buches und die vielen Charaktere, die Ränkespiele und die Beschreibungen der damaligen Lebensumstände hat Follett toll beschrieben. Eine Fähigkeit, die ihm auch schon bei “Die Nadel” oder “Mitternachtsfalken” mit der Zeit des Zweiten Weltkrieges gelungen ist. Ich habe “Tore der Welt” noch nicht gelesen, bin aber mal gespannt, ob ich mich dem allg. Tenor anschließen kann, wird sich zeigen
.
Gruß,
Martin
vor circa 2 jahren
hmm, sind beide von dir genannten romane im wk2 angesiedelt? für die epoche hab ich noch keine guten historischen romane gefunden.
vor circa 2 jahren
Hi Tobias,
ja, die beiden Romane haben den Zweiten Weltkrieg als Zeitraum. Sie sind im typischen Follett-Stil geschrieben. Ich mag diese Art und finde beide Bücher ganz gut. Ebenfalls in der Epoche spielend und auch gut zu lesen ist das Buch “Die Leopardin”. In dem Buch spielen die französische Résistance und eine Gruppe von 6 Frauen eine wichtige Rolle.
Gruß,
Martin
vor circa 2 jahren
hmm, klingt gut, wird gleich mal gespeichert inner wunschliste