moschee

in letzter zeit hört man zwei dinge immer wieder: zum einen dass in deutschen städten möscheen geplant und gebaut werden, zum anderen dass sich bürger der jeweiligen städte/gebiete dagegen wehren. besonders starke medienaufmerksamkeit bekam wohl die (zum glück) lächerlich missglückte aktion der proköln eben in köln. es ist herrlich zu sehen, dass sich eine stadt wehrt gegen die witzfiguren vom rechten rand, dass taxifahrer sich weigern sie zu fahren, hoteliers und wirte sie rauswerfen oder erst gar nicht einlassen, … köln hat gezeigt dass in deutschland die religionsfreiheit nicht nur auf dem papier steht, sondern sich die bevölkerung wirklich gegen die intoleranten feinde dieser freiheit stellt.

aber worum geht es eigentlich? in den 50/60ern gab es in deutschland arbeitskräftmangel (krass das man das wort heute noch kennt) und es wurden viele sogenannte gastarbeiter nach deutschland eingeladen, vor allem aus dem mittelmeerraum. italiener und spanier waren zum größten teil christen, also keine religiöse differenz zur deutschen mehrheit, aber auch aus der türkei kamen viele arbeiter, und diese waren zum größten teil muslime, oder genauer sunniten. als am anfang der aufenthalt in deutschland nur als kurzfristig angesehen wurde sahen diese muslime natürlich keine notwendigkeit für große und prunkvolle gotteshäuser, wenn man nach ein paar jahren eh zurück will reicht die sogenannte “hinterhof-moschee” als ort zum begegnung und gottesdienst. aber inzwischen leben hier in deutschland die nachkommen dieser gastarbeiter, die zweite und dritte generation, welche in deutschland geboren wurden, hier zur schule gingen und ihre heimat hier sehen. wieso sollte man ihnen ihr recht absprechen, für ihre art gott anzubeten ein gebäude zu bauen, welches den anderen in deutschland nicht nachsteht? wir verbieten ja auch nicht katholiken und protestanten beispielsweise in brandenburg, einem mehrheitlich konfessionslosen bundesland, kirchen zu bauen (würden sie das wollen, und nicht immer mehr verkaufen wollen wegen mangelndem publikum). klar gibt es religiöse fundamentalisten unter diesen leuten, aber sie sind genau so minderheit in ihrer religionsgemeinschaft wie auch beispielsweise bei katholiken, wo es ja auch menschen (und sogar würdenträger) gibt, welche beispielsweise die evangelische kirche nicht als kirche anerkennen.

betrachtet man die religionen, stellt man plötzlich fest, dass judentum, christentum und islam alle zur religionsgruppe der abrahamischen religionen gehören, es ist der selbe gott welcher angebetet wird. der unterschied ist nur die art und die regeln dieser anbetung, aber das ziel ist das selbe! im endeffekt müssten sich christen an moscheen und moslems an kirchen erfreuen, denn es sind gebäude zum ruhm ihres gottes. und ich persönlich muss sagen dass es mir vollkommen egal ist, ob christliche kirchenglocken oder muslimische muezzine (vom tonband) zu gebet oder gottesdienst aufrufen. beides betrifft mich als agnostiker nicht, warum sollte ich es ablehnen? im endeffekt ist für mich wichtig ob ein mensch ein guter mensch ist oder nicht, und ob er dies aufgrund von philosphischen überzeugungen oder religiösen regeln tut, ist mir dabei nicht wichtig – meinetwegen kann mein nachbar einen stein oder eine kartoffel als gott anbeten, wenn er mich nicht ungefragt missionieren will und es ihn dazu bringt ein guter mensch zu sein! und wenn es ihm wichtig ist, kann er gerne ein gotteshaus für diese kartoffel bauen, wer sollte sich daran stören können?

am ende ist religion eine private sache, und solange sie nicht unsere freheitliche grundordnung umstürzen will ist sie absolut zu akzeptieren – nicht zu werten oder gar abzulehnen.