buswerbung – atheisten gegen christen?

irgendwie scheint ein neues thema im internet groß zu werden – die atheist bus campaign, oder auf deutsch die buskampagne. auf dem bild oben sehen wir zwei der initiatoren, ariane sherine und richard dawkins, bei der launchparty des britischen originals. die idee ist auf bussen werbung zu buchen mit atheistischen slogans, um eine öffentlichkeit für atheistische weltanschauungen zu schaffen, menschen zum nachdenken über ihr weltbild zu bewegen und idealerweise diskussionen darüber zu entfachen.
im herbst 2008 startete die kampagne in london, seitdem gibts/gab es kampagnen oder deren vorbereitung in italien, spanien, kanada, den usa, australien, und jetzt auch in deutschland! und ich konnte an diversen stellen davon lesen! japp, das thema schlägt dicke wellen in der deutschen bloglandschaft, wer also genaueres über die kampagne selbst lesen will, kann das bereits ausreichend tun, da muss ich nicht alle fakten nochmal runterkauen.
aber meine meinung will ich euch natürlich nicht vorenthalten: weltanschauungen sind privatsache, es kommt nur darauf an wie sich ein mensch anderen gegenüber verhält! ob sich ein mensch freundlich, hilfsbereit und gütig verhält weil er an einen gott glaubt, dies einfach aus säkularer moral für nötig hält oder ihn der glaube an die heilige kartoffel dazu zwingt ist mir ziemlich egal, da zählt für mich nur das ergebnis. missionierung finde ich unnötig und auch unmoralisch, wenn jemand seine weltanschauung verbreiten will soll er anderen menschen ein vorbild sein und auf fragen offen antworten – entsprechend würde sich die weltanschauung durchsetzen die die moralischten menschen hervorbringt. zu dumm, dass sich religionsgemeinschaften nicht unbedingt immer an sowas halten, sie versuchen halt doch immer wieder “öffentlichkeit für sich zu schaffen”. daher denke ich es ist absolut gerechtfertigt dass “gottlose” dies auch tun. vielleicht sollte man nicht unbedingt “religiöse menschen sind idioten” auf die werbeträger drucken, aber selbst etwas so provokatives wie auf dem folgenden bild wäre für mich absolut ok:

so provokativ dieser slogan ist, er macht doch deutlich dass ein teil von religion auch immer fundamentalismus ist, und der birgt immer die gefahr von terrorismus oder anderen greueltaten. denn seien wir ehrlich, religiös motivierte gewalt ist keine erfindung islamistischer terroristen, auch die geschichte der christlichen kirche trieft nur so vom blut von ungläubigen, häretikern, sektierern und angeblichen hexen. aber in deutschland kriegen wir ja jetzt einen weniger harten slogan:
ich hoffe es kommt genug spendengeld zusammen dass neben münchen, berlin und köln auch andere städte solche diskussionsvorlagen auf die busse kriegen, und dass die verkehrsbetriebe mitspielen – irgendwo hab ich gelesen die bvg stellte sich quer obwohl sie aktuell christliche werbung zulässt.




vor circa 2 jahren
Ich finde das lustig, jetzt fangen die Atheisten schon an zu missionieren. Ich bin ja jetzt kein Atheist, aber ich muss auch zugeben, dass in Religionsgemeinschaften im Allgemeinen mehr falsch als richtig läuft.
vor circa 2 jahren
Sehr schön zusammengefasst bzw. den Sinn erfasst (dass Glauben Privatsache sein sollte und Missionieren nicht gut – aber dass es eben dem Ausgleich wegen nötig ist).
Bin mal gespannt, ob sich das mit der BVG bewahrheitet oder ob man sich da einfach nur ein bisschen wichtig machen wollte. Es überrascht mich, dass ausgerechnet in Berlin die Gegenwehr kommt und nicht im erzkatholischen München (naja, kann noch kommen). Im Vorfeld hieß es vermehrt, dass in Berlin die Kampagne sinnlos wäre, da dort eh die Mehrheit agnostisch oder atheistisch ist.
vor circa 2 jahren
sinnlos würde ich nicht sagen, auch atheisten benötigen teilweise mal nen kleinen schubser um ihr weltbild zu hinterfragen. und in der hauptstadt sorgt ne aktion halt doch für ein bisserl mehr pr. aber danke fürs lob julia
und xooyoo, atheismus aufgrund von fehlern der institutionalisierten kirchen wäre etwas krank, oder? jemand kann ja auch an einen gott glauben ohne mitglied einer kirche zu sein.
vor circa 2 jahren
Nett, wirklich sehr nett ungläubiger
Die Werbung halte ich übrigens für sehr gelungen bis ausgezeichnet. Den Glauben im allgemeinen schlecht zu sprechen, davon möchte ich Abstand gewinnen, jeder soll doch glauben, was er möchte – denn wie du bereits erwähnst ist der Glaube Privatsache. Mir geht es in erster Linie um die Institution der Kirche, die den Glauben dazu benutzt ihre Ideologien unters Volk zu bringen und moralische Grundprinzipien mit verkorkster Weltanschauung vermischt.
Trotzdem ein sehr schöner Beitrag, gefällt mir ausgesprochen gut!
vor circa 2 jahren
danke für das lob robert, aber ich muss dir an einer stelle widersprechen: ich sehe mich nicht als ungläubiger, ich glaube nur nicht an einen gott.
vor circa 2 jahren
Atheismus aufgrund von Fehlern der institutionalisierten Kirche, ist aber die Begründung, die ich jetzt schon öfters von meinen Freunden gehört habe.
Tobi jetzt hab ich dich, du glaubst noch an Odin, Donar, Wodan & Co?
Dieser religiöse Konservatismus ist beeindruckend.
vor circa 2 jahren
nein auch das sind götter xooyoo. aber rate ruhig weiter
vor circa 2 jahren
So war das auch nicht gemeint, denn ohne den Glauben an Irgendetwas wären wir schon alle wieder in der Steinzeit und das in ethischer und technologischer Hinsicht. Ich denke Xooyoo trifft den Nagel auf den Kopf (oder seine Freunde) und das umgedrehte Kreuz als Zeichen der Ablehnung der kirchlichen Institutionen erscheint mir am treffensten.
vor circa 2 jahren
Der Bus kommt:
http://adhsinfo.wordpress.com/2009/05/05/der-bus-kommt-gott-sei-dank/