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dass die weltweit als klassiker geltende geschichte um dr jekyll und mr hyde seit mehr als 100 jahren die leser fasziniert ist klar, immerhin spielt die geschichte mit etwas das jeder kennt, den verschiedenen aspekten der menschlichen persönlichkeit. in jedem von uns steckt neben dem freundlichen, angepassten und zivilisierten dr jekyll auch ein egoistischer, hedonistischer und animalischer mr hyde.

jekylldass steven moffat in der lage ist unglaublich gute tv-unterhaltung zu produzieren ist dem einen vielleicht seit coupling, dem anderen seit den von ihm geschriebenen doctor who episoden “the empty child/the doctor dances”, the girl in the fireplace, “blink” und “forest of the dead/ silence in the library” klar. für mich sind die angesprochenen episoden glanzlichter im sogenannten newwho, und entsprechend bin ich guter hoffnung dass die nächste saison doctor who, dann produziert von eben steven moffat, interessant wird.

wenn also moffat eine adaption der jekyll & hyde- thematik als mini-serie produziert kann man einiges erwarten – und, um es kurz zu machen, meine erwartungen wurden noch bei weitem übertroffen – jekyll ist so ziemlich das beste was ich in jahren gesehen habe! die story ist mehr als eine (erstklassig gelungene) reine übertragung der alten geschichte in die heutige zeit, es ist den machern geglückt dem ganzen einige neue facetten zu geben. und das geile ist dass man in den sechs folgen massiv mit rückblenden arbeitet, dem zuschauer wird also nicht einfach chronologisch die abfolge der ereignisse erklärt, sondern er erhält immer mehr einblick in die geschehnisse, oder wie der mariakäfer so treffend schrieb “man bekommt immer mehr puzzleteile geliefert, die sich schön zusammenfügen”! einer der gründe warum das so erstklassig funktioniert ist die leistung des hauptdarstellers james nesbitt, welcher zwar optisch durch maske und cgi an die zwei doch sehr verschienen rollen angepasst wurde, aber es auch fantastisch versteht beiden charakterteilen gleichzeitig genug unterschiede und übereinstimmungen zu geben, man “sieht” in beiden den jeweils anderen schlummern.

jekyll3das schöne an der produktion moffats ist dass zwar horror, sex und gewalt ihren klaren anteil in der geschichte haben, sie sind aber nicht zum marketing- oder selbstzweck in der geschichte sondern elementarer teil dieser defintiv für erwachsene produzierten tv-serie, ich denke die britische altersfreigabe ab 15 jahren ist zwar hart an der grenze, aber noch vertretbar. ich persönlich empfand die blutige gewaltdarstellung an keiner stelle übertrieben oder aufgesetzt, und ich bin nun wirklich nicht der typ für action- oder korrorfilme. ebenso zieht sich durch die gesamten 340 minuten eine geile, absolut britische art des humors – zynisch und schwarz wie ich es liebe! unterhaltungen wie

hyde: ever killed anyone, benjamin?
benjamin: Not personally; i have people.
hyde: you’re missing out – it’s like sex, only there’s a winner.

oder

tom’s mother: people think that hyde is rage. or hate. or greed. or lust. but hyde is far worse.
claire jackman: then what is he?
tom’s mother: What was the first day you knew you could kill someone, anyone at all, if you had to.
claire jackman: the first time i held my children.
tom’s mother: it’s our oldest, deadliest impulse, the need to protect our own at the expense of any other living thing… and we give that impulse such a nice name.
tom’s mother: hyde… is love–and love is a psychopath

werden mir bestimmt noch einige zeit im gehirn rumgehen, einfach weil sie extrem lustig bzw extrem wahr sind.

jeder, der englisch versteht und mal sehen will was in anderen ländern fürs tv produziert wird, während wir in deutschland mit “cobra 11″, “rosamunde pilcher” und gute zeiten, schlechte zeiten” gelangweilt werden.