lifeonmars

immer wenn man denkt man hat alles gesehen … kommt eine serie die direkt zwei rekorde bei weitem übertrifft!

zum einen dachte ich amerikaner sprechen schlechtes englisch, und dann landet man plötzlich im englischen norden in der 70ern, und man hat das gefühl die mancs hätten vor ein paar jahren begonnen eine leicht ans englische angelehnte eigene sprache zu entwickeln. immer wieder sitze ich vor dem fernseher und frage mich ob jemand aus cornwall entsprechende probleme hat das ganze zu verstehen wie ich es bei einigen bayern habe. zum anderen ist die hintergrundstory dieser serie so ziemlich das verrückteste was man sich ausdenken konnte. ich verstehe dass zeitreisen zur standardausstattung einer science-fiction-serie wie doctor who beispielsweise gehören, ich verstehe dass man gefallen finden kann eine serie in der vergangenheit spielen zu lassen und ich verstehe dass unterschiede zwischen hauptdarstellern einen großen reiz ausmachen können – aber all dies auf einmal?

life on mars startet im jahr 2006, detective chief inspector sam tyler wird von einem auto angefahren, und erwacht im jahr 1973 als detective inspector sam tyler, welcher gerade aus einer anderen polizeistation innerhalb manchesters in die station versetzt wurde, welcher seine 2006er version vorstand oder vorstehen wird oder was auch immer.  auf alle fälle muss der an heutige kriminaltechnik gewohnte polizist nun in einem team arbeiten, in welchem gewalt und instinkt noch viel mehr anteil an der alltäglichen polizeiarbeit hat als technische hilfsmittel. andersherum geht es aber genauso, als detective inspector ist sam der zweite man im revier, und wenn ein solcher immer wieder von datenbanken, dna-analyse und ähnlichen dingen spricht kann das wohl etwas nerven. natürlich kommt es dadurch immer wieder zu lustigen senen, beispielweise wenn sam nach einem polizeifunkgerät fragt und eine kleine silberne pfeife in die hand gedrückt bekommt, wie man sie von bobbys in klassischen filmen kennt.

bbc-2 colour test card 'f'sam tyler selbst denkt dass er nach dem unfall in einem koma liegt, seinen abstecher in die 70er nur träumt und irgendwas erledigen muss um wieder in 2006 zu erwachen – seine meinung wird dadurch bestärkt dass er mehrfach jede folge krankenhausgeräusche hört, ärzte die mit ihm sprechen oder gar verwandte. häufig tun sie dies durch figuren im fernsehen, so ist der arzt das eine mal ein lehrer in einer art telekolleg mathematik sendung, das andere mal spricht ein mädchen, welches in den 70ern auf der insel scheinbar teil des testbildes war, mit ihm. sehr krank teilweise, aber auch dies macht einen teil des reizes der serie aus – der zuschauer sitzt da und hofft mit sam dass er jetzt die lösung gefunden hat um endlich zu erwachen. und sam versucht alles, er verhaftet den mörder welcher das vorbild für den mörder in seinen letzten fall in 2006 war, er besucht seine mutter und versucht ihr finanziell zu helfen, er versucht seinen vater davon abzuhalten die familie zu verlassen, …

die serie hat absolut etwas, was mich vor dem fernseher hält – ob es die kriminalfälle, die mystery-elemente oder die wirklich schnucklige wpc annie cartwright ist kann ich nicht sagen. auf alle fälle werde ich probleme haben wenn doctor who das nächste mal john simm als den master im programm hat, ich befürchte es wird für mich aussehen als würde der doctor gegen di tyler kämpfen, mal sehen wie das wird. auf alle fälle kann ich jedem die dvds ans herz legen, auch wenn bisher nur staffel1 auf deutsch erschienen ist. aber für diejenigen, die eine herausforderung durch die englische sprache suchen, es gibt eine englische complete box mit beiden staffeln drin! auf alle fälle muss ich wiedermal julia dankbar sein für einen geilen dvd-tip!

achja, sollte jemand mir sagen können was dieses komische ding hinter den häusern darstellen soll wäre ich super dankbar – ich sitz hier und hab keine idee!

strukturmanchester70s