sterntagebüchervor circa zwei jahren, bei meiner ersten begegnung mit ijon tichy, bezeichnete ich mich als “nicht science-fiction fan”. damals fand ich gefallen an den humoristischen kurzgeschichten eines menschlichen raumfahrers namens ijon tichy, welcher von seinen reisen zu anderen planeten berichtet. im internet fand ich damals häufig den hinweis die serie lasse zwar die grundhandlung auf geschichten von stanislaw lem beruhen, aber man habe nicht nur vieles aus der vorlage entfernt (logisch wenn man das ganze auf 15 minuten kürzen will/muss), auch habe man zusätzliches erfunden, wohl um die geschichten tv-tauglicher zu machen. also kaufte ich mir noch 2007 die deutsche ausgabe der sterntagebücher. ich las damals die ersten paar geschichten, fand aber noch keinen rechten gefallen oder zugang. das buch verschwand erstmal in meinem bücherregal.

anfang 2008 wurde ich dann mit dem doctor-who-virus angefixt, ich lernte science-fiction kennen, welche nicht die breit getretenen pfade von star wars und star trek beschritt. diese beiden franchises kennt wohl jeder, und ich habe auch nicht wenig davon gesehen, aber es war nichts anderes für mich als eine kurzweilige art zeit zu verbringen, wie andere filme oder serien halt auch. irgendwie änderte doctor who das, der reisende mit der tardis faszinierte mich, unter anderem wohl aufgrund des starken erdbezuges bei doctor who!

stanislaw_lemnaja, bei meinem umzug ist mir das buch wieder in die hände gefallen, und ich dachte ich informiere mich mal genauer zu stanislaw lem und seinen werken, insbesondere in bezug auf ijon tichy – die figur war mir ja auch von der kurzserie positiv im gedächtnis geblieben. also stöberte ich ein wenig bei wikipedia und amazon-leserbewertungen rum, und dies weckte in mir die lust dem buch doch nochmal eine change zu geben – und was soll ich sagen? ich bin aktuell beim beginn der achtzehnten reise ijon tichys und bin hellauf begeistert! ijon tichy ist ein um einiges vielschichtigerer charakter als seine darstellung im tv, die reisen um einiges detailreicher und die probleme auf die tichy trifft um einiges komplexer. und scheinbar inspiration für viele drehbuch- und literaturautoren, denn ideen wie beispielsweise roboter die ein bewusstsein entwickeln, einen staat gründen und menschen nicht mögen kommen mir aus diversen publikationen des genres bekannt vor, und die originale polnische version der sterntagebücher wurden nunmal schon 1957 veröffentlicht (laut wikipedia.de), im selben jahr wie der sputnikstart, welcher als startpunkt für moderne scifi gesehen werden könnte. die großen scifi-veröffentlichungen wie dune, star trek, star wars, doctor who, terminator, raumpatrouille orion, … alles kam später, lems werke könnten rein von der zeitlichen abfolge her also gut als vorlage gedient haben.

es ist einfach super schön zu lesen wenn in der siebten reise, um ein beispiel zu nennen, zeitparadoxa behandelt werden, in der achten reise die gesamte manschheitsgeschichte abgeurteilt wird, oder in der dreizehnten ein zeitstrecker/-beschleuniger getestet wird. und das verblüffenste daran ist dass es stanislaw lem gelingt dabei den eigentlich ernsten themen auch immer ein wenig humor oder albernheit beizumischen, ohne dabei in pure albernheit zu kippen. bei den bisher von mir gelesen kurzgeschichten hatte ich die gesamte zeit das gefühl auf niveauvolle, intelligente weise unterhalten zu werden!

vielleicht sollte ich mal solaris lesen, angeblich soll es da ja noch um einiges ernster zugehen!