eiserneskreuztapferkeitsm

prima, wir haben jetzt also die ersten 4 deutschen soldaten mit tapferkeitsmedaillen! ich bin so glücklich, ich kann mein glück gar nicht in worte fassen. nächtelang hab ich mein gesamtes bisheriges leben darüber nachgedacht ob man nicht deutsche sodaten mit nem solchen orden auzeichnen sollte! gut, wir führen keinen krieg, aber das wollen wir ja auch nicht, wir schicken nur bewaffnete soldaten in krisengebiete und dass sie sich dort ihrer haut erwehren ist ja wohl nachvollziehbar, aber das ist ja noch lange kein krieg! hallo? aus welchen zeiten kommt eigentlich unsere regierung? wie definieren die bitteschön in der heutigen zeit krieg? und wieso brauchen wir jetzt plötzlich ne tapferkeitsmedaille?

seien wir doch ehrlich, die zeiten als eine nation der anderen mit diplomaten den krieg erklärte, dann beide ihre truppen an den grenzen aufzogen und das ganze auskämpfen ließen sind vorbei, und das nicht grad erst seit gestern. heute sprechen unsere politiker und analysten gerne von asymmetrischen kriegen oder konflikten, aber das genau so etwas die kriege des 21. jahrhunderts zu sein scheinen, und wir in afghanistan gerade genau in dieser situation sind, das scheinen kanzlerin und verteidigungsminister aus welchen gründen auch immer nicht aussprechen zu wollen. 35 tote soldaten hat die bundeswehr bisher von dort in kisten nach hause geholt, was zugegebenermaßen noch nicht die ausmaße sind die man sich bei einem krieg bisher so machte, aber diese soldaten sind ja nicht bei nem betriebsausflug tödlich verunfallt, da gings schon um feindliches feuer, minen oder ähnliches. ich denke entsprechend sollte man sich mal eingestehen dass die bundeswehr dort krieg führt – zwar nicht um landgewinn wie bei bisherigen deutschen kriegen üblich, sondern um die dortige regierung zu stützen und zivile aufbauarbeit abzusichern, aber es ist ein krieg in dem soldaten nun einmal fallen! genau dafür sind sie da, genau dafür werden sie ausgebildet und gut bezahlt – sie sollen, unter einsatz ihrer gesundheit, und im härtesten falle ihres lebens, die interessen der bundesrepublik vertreten. und wenn diese bundesrepublik in afghanistan helfe will, sind es unsere soldaten die dies tun müssen.

und zu dem tollen neuen orden – ich mein wir hatten doch schon ehrenzeichen bei der bundeswehr, reichen die ehrenkreuze der bundeswehr jetzt nicht mehr aus? die bisher hächtse stufe sollte laut wikipedia für “besonders herausragende leistungen, insbesondere einzeltaten unter gefahr für leib und leben” vergeben werden. abgesehen von der rettung der gesamten welt im alleingang sehe ich wenig taten, welche ein soldat vollbringen könnte und diese bezeichnung würde nicht passen.

wenn man es realistisch betrachtet geht es doch nur um zwei dinge, um macht und geld: auf der einen seite will die regierung gerne als ständiges mitglied in den sicherheitsrat der vereinten nationen, und das geht nunmal nicht wenn man bei bewaffneten konflikten immer geld gibt oder waffensysteme verkauft, da müssen dann auch mal deutsche soldaten in den salven des feindes geopfert werden. zum anderen verkauft sich erprobte waffentechnik wohl besser, und jetzt testen wir halt selbst. selbst die alten leopard2-panzer werden von mehreren nationen in afghanistan eingesetzt, und das scheinbar recht erfolgreich, vielleicht lässt sich da ja nochmal ein guter auftrag von nem militärisch aufstrebenden land an land ziehen. immerhin schafft das arbeitsplätze, und das ist ja angeblich so ziemlich das einzige was unsere kanzlerin interessiert!