ska – die erste welle
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- ska – die erste welle
wenn man die ursprünge des ska aufspüren will, muss man sich zuerst ansehen, welche musik in den 50ern gehört wurde, und auch wie. neben dem einheimischen mento wurde vor allem amerikanischer bebop-jazz und rythmn & blues gespielt. allerdings nicht im staatlichen radio, und plattenläden gab es kaum, und so entstand eine für den ska und seine entstehung unglaublich wichtige art der musikunterhaltung: die sound-system! im endeffekt waren es rollende diskos, man besorgte einen lkw, stellte einen plattenspieler, ein mikro und möglichst viele boxen drauf, stellte sich auf einen platz und legte los. die moderatoren des ganzen, beispielsweise prince buster, wurden schnell zu stars der jamaikanischen musikszene, um sich von der konkurrenz abzuheben versuchten sie zwischen den liedern mit immer mehr gags, anzüglicheren sprüchen oder kostümen ihre fans zufrieden zu stellen, teilweise gab es regelrechte strassenschlachten wenn zwei sound-system in der selben gegend spielten. als in den usa der rock & roll seinen siegeszug begann, wurde dort immer mehr diese musik produziert, und da diese neue musik bei den jamaikanern nicht sonderlich ankam, ebbte der nachschub für die soundsystems immer mehr ab. also machte man aus der not eine tugend, richtete primitive studios ein und nahm mit lokalen bands singles auf, bei welchen immer mehr der jamaikanische mento mit dem amerikanischen rythm & blues gemischt wurde, und so der ska entstand! oftmals wurde die b-seite der single mit einem reinen instrumentalstück belegt, welches bei den soundsystems mit allerlei effekten aufgepeppt wurde und dann live mit sprechgesang versehen wurde – das sogenannte toasting. vielleicht interessant dass aus diesem toasting die ursprünge von rap und hip-hop stammen, einer der ersten großen amerikanischen rapper, grandmaster flash, nannte in einem frühen interview viele soundsystems als seine musikalischen vorbilder. ab 1966 wird die musik langsamer, ob an dem gerücht, ein besonders warmer sommer wäre der grund dafür, etwas dran ist sei dahingestellt, und entwickelt sich zum rocksteady, welcher 1968 dann zum reggae wird.
als erstes skalied wird oftmals das schon 1958 aufgenommene “little sheila” von laurel aitken, dem “godfather of ska”, genannt:
das erfolgreichste lied dieser ersten welle des ska war defintiv “my boy lollipop” von millie small, welches ich ja schon bei meinem beitrag über die wurzeln der skinheads eingebaut habe, wenn auch in einer anderen version. das gerücht, die mundharmonika habe bei der studioaufnahme ein gewisser rod steward gespielt, ist zwar häufig im netz zu finden, aber wohl falsch:
der oben bereits erwähnte prince buster hatte enorm großen einfluss auf eine der bekanntesten ska-bands der zweiten welle, madness. die nannten das lied ihrer ersten single, “the prince” nach ihm, und ihr bandname stammt von seinem hit “madness”:
die wohl einflussreichste ska-band, und auch eine der ersten, waren defintiv die skatalites! von ihrer hier eingebauten version von “you´re wondering now”, welches sie mit ihrer großartigen frontfrau doreen shaffer aufgenommen haben, kann sich amy whinehouse noch eine scheibe abschneiden, ihr cover kommt da bei weitem nicht dran:
übrigens, auch “the wailers”, mit peter tosh und bob marley, spielten damals ska:




vor circa 3 jahren
Fantastischer Beitrag! Ich konnte dem Ska und dem sog. Skinheadreagge immer schon etwa abgewinnen. Ich finde das Stück von Toots & Maytals – Louie Louie (Link) ebenfalls großartig. Mehr solche Beiträge!
vor circa 3 jahren
Wow, das gleiche Blogtheme wie bei mir
Eine sehr guter Beitrag über die Geschichte des Ska. Sehr interessant zu lesen.
vor circa 3 jahren
@robert: danke, und im endeffekt warst du der auslöser der mini-serie! der beitrag über die skinwurzeln brachte mich auf die idee. zu mehr solchen beiträgen kann ich nur sagen, dass ich bei ner guten idee das sofort wieder mache, das hat spass gemacht – aber der ska ist mit 4 beiträgen jetzt fast abgegrast, ich überlege ob ich mal oipunk versuchen sollte, obwohl ich mich da nicht so gut auskenne. und louie, louie ist der hammer!
@sebastian: ein geiles theme, oder? und danke!