mein name ist nobody
wenn der geneigte westernfreund namen wie sergio leone, ennio moriccone, henry fonda und terence hill hört, sollte ihm das herz aufgehen – sind dies, neben clint eastwood, doch mit die größten namen im business der italowestern der 60/70er jahre. gut, ich muss jetzt zugeben dass ich eigentlich nicht zu diesen westernfreunden gehöre, und den aktuellen hype um terence hill und bud spencer kann ich auch nicht ganz nachvollziehen, aber der film “mein name ist nobody” war mir aus früher jugend noch positiv im gedächtnis, und als ein arbeitskollege sagte er habe die remasterte variante auf dvd gekauft, musste er mir die dvd ausleihen – sind in der version doch sogar ein paar szenen mehr drin als in der tv-version.
und ich muss zugeben, der film hat mich wie damals gepackt, eigentlich sogar noch stärker als damals. die erzählte geschichte ist herrlich, und facettenreicher als ich sie erinnerte. vor allem aber fiel mir erst jetzt auf, wieviel man in sie hininterpretieren kann. gut, das internet musste mir erst erklären, dass man sie auch als abgesang auf den klassischen western und die gleichzeitige geburt des eher humorvollen italowestern sehen kann, aber da kenne ich mich halt nicht so gut aus. die geschichte selbst ist schnell erzählt:
ein niemand will dass sein alterndes idol zum held wird, und tut, gegen den willen des idols, alles dafür. er zwingt sein vorbild zu einer absolut glorreichen tat, obwohl dieser eigentlich flüchten will, nur um danach sein idol scheinbar zu töten – zum einen um diesem die flucht zu ermöglichen, zum anderen um selbst ein noch größerer held zu werden.
da ist einiges drin, eine generationenfrage, die frage von machtablösungen und legendenbildung. aber die hauptsache ist, ich wurde 112 minuten wirklich erstklassig unterhalten, und nur an sehr wenig stellen, eigentlich nur einer einzigen, hatte ich das gefühl man habe zu dick aufgetragen, und das ist die coltzieh-ohrfeigen-szene, bei welchem leider der unrealistische hill/spencer-prügelfilm durchschimmert. aber henry fonda als alternder westernheld jack beauregard ist großartig, und gerne nochmal 112 minuten meines lebens wert. selbst für mich, der dem westerngenre, bis auf die glorreichen sieben, sehr ablehnend gegenübersteht, war dieser film ein gewinn!




vor circa 2 jahren
Yep, ein toller Film, der für mich ewig mit meiner Kindheit verbunden sein wird. Zudem tiefsinniger, als man vermuten würde.
vor circa 2 jahren
oh ja, gerade dieser tiefsinn hat mich stark überrascht, klar, als kind kriegte man das nicht mit.