meiner meinung nach ist helmut schmidt ist inzwischen eine art nationale institution geworden, es scheint egal zu sein ob man ihn rauchend in einer diskussion zu politischen, soziologischen, historischen oder moralischen themen findet, er scheint zu jedem thema etwas zu sagen zu haben. und was mich am meisten verwundert, auch wenn ich oftmals nicht mit seiner meinung übereinstimme, was er sagt hat (manchmal leider) hand und fuß.

in der wochenzeitung “die zeit”, bei welcher er seit langem mitherausgeber ist, gab es eine kolumne namens “auf eine zigarette mit helmut schmidt”, in welcher zumeist der chefredakteur giovanni di lorenzo den ehemaligen bundeskanzler interviewt. in diesen kurzinterviews geht es so ziemlich um alles, hier mal ein kurzer auszug zu den themen:

  • notwendige kontrolle der finanzmärkte
  • nutzlosigkeit politischer talkshows
  • architektur
  • politik und rhetorik
  • herbert wehner
  • der nato doppelbeschluss
  • rauchen
  • ausländer in deutschland
  • das alter
  • alte und neue nazis
  • gefährdung des sozialstaates
  • imperialismus
  • die spd

und scheinbar hat schmidt zu diesen (und vielen weiteren) themen immer eine fundierte meinung, ich sitze immer wieder davor und frage mich wie man zu einem solch breiten themenspektrum etwas zu sagen haben kann. da ich die zeit nicht lese musste ich warten bis man mir das buch schenkte, in welchem eine auswahl dieser interviews gesammelt ist. und hey, es hat sich gelohnt! meine politische meinung hat sich zwar nicht geändert, aber es war höchst interessant und unterhaltsam die meinung des altkanzlers zu hören.