torchlight, der diablo-klon

blizzard zählt zu den erfolgreichsten softwareschmieden – warcraft, starcraft, warcraft, world of warcraft (wow) und diablo sind überaus beliebte spiele, bei welchen die fans jede neue veröffentlichung feiern. zum 1996 erschienenen diablo befindet sich inzwischen der schon dritte teil der serie in der entwicklung. 2003 allerdings verließen einige der führenden entwickler der diablo-reihe, unter anderem bill roper, blizzard und gründeten die flagship studios. 2008 war es mit dieser firma aber schon wieder vorbei, und als nächstes wurde runic games gegründet. und dort veröffentlichte man dann im oktober 2009 das spiel torchlight!
als ich bei voodoobenshee die ersten bilder präsentiert bekam, sah mir die comicartige grafik zu sehr nach wow aus, aber als alter diablo-fan, der jeden teil mit jeder erweiterung und manchem mod gespielt hat, war mein interesse geweckt. und als ich jetzt hörte, dass auf steam das spiel für 4€ angeboten wird, müsste ich zuschlagen. ich mein, selbst wenn man nur ein paar wochenenden spass mit dem spiel hat, bei dem preis kann man nicht wirklich etwas falsch machen, oder?
und bei genauerer betrachtung sowohl des spieles, als auch seines hintergrundes, fällt mir immer mehr auf, was mir richtig gut gefällt:
- die atmosphäre stimmt in dem spiel, es wirkt sehr stimmig
- wer diablo (vor allem teil 1) gespielt hat, findet sich schnell im spiel zurecht
- das spiel setzt eher auf horden von schwächeren gegnern als auf einzelne besonders schwere gegner
- die engine des spieles ist die ogre-engine, welche open-source ist
- mit dem kostenlosen editor torched kann der spieler nahezu alles im spiel ändern, selbst modelle und animationen
- im spiel wird nicht alles bierernst genommen, späße wie laufende und attackierende truhen (pratchett lässt grüssen) sind prima gemacht
- das mitkämpfende tierchen (katze oder hund) kann mit einer tache in die stadt zurück geschickt werden, um nutzlose funde zu verkaufen
- eine geniale idee ist dass gold sich automatisch aufsammelt, wenn ich nahe an ihm vorbeirenne
man setzt bei runic games also wirklich auf die spieler, zumindest in diesem spiel. das kann schief gehen, aber wenn man bei meiner liebligs-softwareschmiede paradox genauer hinschaut, die fahren mit dieser methode sehr gut. gute modbarkeit kostet bestimmt einiges an entwicklungszeit, aber zum einen verbessern mods zumeist das spielerlebnis, man erhält vielleicht ideen für kostenpflichtige erweiterungen und findet vielleicht fähige neue mitarbeiter unter den moddern. das krasseste beispiel aber ist wohl das spiel half-life von valve, welches sich jahrelang eigentlich nur noch wegen ihrer mod counter-strike verkaufte.
schade nur, dass es keinen multiplayer gibt, in zeiten von hamachi hätte ja ein lan-modus gereicht. denn gerade der war bei diablo das element, welches diablo zu dem erfolg werden ließ. gemeinsam mit freunden (damals noch die pcs zum kumpel schleppend) durch die dungeons zu ziehen und richtig dick beute zu machen war das beste. aber ich vermute, diese singleplayer-variante ist eher dafür da, um interesse zu wecken für ein mmorpg, oder über die hohe modbarkeit leute für den content dieses mmoprg zu finden.
den editor habe ich mir selbst noch nicht angeschaut, aber das habe ich auf alle fälle noch vor. das spiel selbst aber macht auch so schon richtig gaudi!



