robin hood 2006

in meinem beitrag über den historischen hintergrund des 2010er robin hood films habe ich es ja immer wieder am rande erwähnt, ich habe mir in letzter zeit die ersten zwei staffeln der 2006 gestarteten bbc-serie robin hood angeschaut. ich mag das thema robin hood halt, außerdem die serie interessanterweise drei verbindungen zu doctor who:
- robins bester freund in der gruppe, much (auf dem bild oben ganz links zu sehen), wird von sam troughton gespielt, dem enkel von patrick troughton, dem zweiten darsteller des doctors in doctor who. witzig übrigens der fakt, dass es eben jener patrick troughton war, der 1953 in einer bbc-serie robin hood spielte, und damit der erste darsteller dieser rolle im tv war.
- die 2006er serie wurde von der bbc für den selben sendeplatz produziert wie doctor who, um die “lücken” zwischen den staffeln des zeitreisenden zu füllen
- einer der autoren in der erten staffel, der immerhin 2 der 13 folgen schrieb, war paul carnell, einer der drehbuchautoren der neuen doctor-who serie seit 2005. von ihm stammen folgen wie “fathersday”, “human nature” und “familiy of blood”, meiner meinung nach absolut als bessere folgen von new-who anzusehen.
und wenn das nicht genug gute gründe wären in die serie mal reinzuschauen , ich hab noch einen: die serie macht echt spass!das bitte jetzt nicht falsch verstehen, es ist nicht die große tv-revolution mit etwas nie dagewesenem, es ist nicht niveau- und anspruchsvoll genug für arte und ihr werdet auch nicht die geschichte um robin hood nach dieser serie ganz anders betrachten – aber nach den 45 minuten der jeweiligen folge fühlt man sich meistens gut unterhalten, und das schafft bei weitem nicht jede serie. und das liegt vor allem daran, dass man zwei “fehler” nicht gemacht hat in dieser serie, die sonst gerne gemacht werden wenn solch ein projekt angegangen wird: die serie nimmt sich selbst nicht zu ernst, und sie versucht nicht alles historisch korrekt darzustellen sondern bezieht die heutige gegenwart mit ein. folgentitel wie “who shot the sheriff?”, “peace? off!” oder “parent hood” zeigen dies schon, aber auch in der darstellung selbst sind einige punkte, welche historisch unpassend oder zumindest unglaubwürdig sind, aber der serie eigentlich erst eine daseinsberechtigung geben:
- die bekleidung von robin hood und seiner gang ist teilweise nicht wirklich mittelalterlich, an manchen stellen denkt man sich der hoodie, den robin trägt, könnte man mit etwas weniger auffälligen nähten auch ohne probleme in einem deutschen einkaufszentrum sehen
- die sprache aller darsteller ist modernisiert worden, im großen und ganzen könnte eine in der heutigen zeit spielende gangster-serie mit ähnlichem vokabular auftreten. klar, shakespeare-englisch oder etwas noch älteres wäre kaum verständlich für heutige zuschauer, aber “gang” als durchgängige bezeichnung für die merry men kommt mir persönlich doch etwas zu modern vor.
- auch heutige ansprüche von political correctness sind nahezu eins zu eins übernommen worden, djaq und marian sind beides so emanzipierte frauen, dass sie in der damaligen zeit wohl alle fünf minuten von scheiterhaufen hätten fliehen müssen. marian kämpft als nightwatchman besser als jeder der soldaten des sheriffs (welche das immerhin beruflich machen und wohl trainieren), und dass robin und sein umfeld eine kämpfende sarazenin in ihrer gruppe dulden ist auch eher unwahrscheinlich.
der sheriff vaisey ist die figur, welche wohl am meisten zum humorigen teil der serie beiträgt. auf der einen seite ist er zynisch, skrupellos, brutal, sarkastisch und mit einem unglaublich schwarzen humor ausgestattet, auf der anderen seite sind er und seine gefolgsleute immer wieder geradezu tölpelhaft. klar muss der sheriff brutal sein damit die bevölkerung robin lieben kann, und robin und seine truppe muss auch jede folge in die burg nottingham einbrechen (und auch wieder ausbrechen) können, aber ich glaube kaum dass ein nach macht strebender hoher gefolgsmann wie guy of gisborne nicht seine change gewittert hätte die macht zu übernehmen, und auch die schwarzen ritter hätten wohl kaum ihn als führungsfigur gewählt, da musste england doch bessere verschwörer zur verfügung haben. dafür spielt der sheriff in humoristischer hinsicht die gesamte cast an die wand, allein schon der running gag mit seinem ausgeschlagenen zahn und den entsprechenden ersatzzähnen aus totenschädeln, oder sätze wie “if robin hood asks where my money is, tell him “the answer, my friend, is blowing in the wind”" sind einfach köstlich! der darsteller keith allen hatte übrigens einen kleinen auftritt bei black books, in staffel 3 folge 4 spielt er den pokerdealer mit den mausohren.- robin hood zeigt in dieser vefilmung eine hohe affinität zu den sarazenen, und das in vieler hinsicht! er kämpft mit waffen der sarazenen, krummschwert und kompositbogen, er versteht mindestens ein paar worte ihrer sprache und hat zumindest teile des korans gelesen. auch dass er eine sarazenin in seiner gruppe akzeptiert, als kämpferin und gleichberechtigtes mitglied, ist wohl eher modernes denken.
- robin schwört seine gefolgsleute auf eine art wehrhaften pazifismus ein, töten ist für ihn und sie nur in notwehr eine option, obwohl einige seiner männer, ebenso wie er, an manchen stellen der handlung probleme mit dieser politik haben und gegen sie verstoßen.
aber, ohne diese punkte wäre die serie einfach nur eine neuauflage eines alten themas mit besseren kampfszenen und neuerer aufnahmetechnik. es macht die serie zwar unhistorisch, aber dadurch witzig und auch für kinder der heutigen zeit verständlich, also familientauglich. und genau das muss eine serie wohl auch sein, wenn sie doctor who auf dem sendeplatz vertreten soll: lustig, unterhaltsam und familientauglich!
zu staffel 3 kann ich noch nichts sagen, aber staffel 1 und staffel 2 sind, meiner meinung nach, ihr geld wert!




vor circa 3 jahren
Ah, jetzt muss ich mir das tatsächlich als nächstes ansehen
Die erste Folge hatte ich vor einiger Zeit mal gesehen, dann aber wegen anderer “Verpflichtungen” wieder hinten angestellt.
So eine Modernisierung kann ganz gut sein und wenn es geschickt gemacht ist – was ich aus deiner Beschreibung folgere – dann halte ich das für einen Pluspunkt.
Keith Allen ist übrigens auch der Vater von Lily Allen (was ich mal fürs Liedzeilen-Quiz erfahren habe), aber das sagt dir wahrscheinlich nichts
Bei Big Finish gibt es übrigens eine Robin Hood-Reihe, in der die Darsteller die Geschichten lesen. Sind also keine Full Cast Audio Dramas wie die Doctor Who-Reihen, aber immerhin neue Geschichten.
vor circa 3 jahren
erwarte nicht zu viel julia, mehr als solide unterhaltung ist es nicht. das britische tv hat mit doctor who, jekyll, black books und so wirklich besseres produziert – es its halt nur ein lückenfüller, aber den job macht die serie meiner meinung nach prima!
müsste mir lily allen was sagen? wikipedia zeigt mir keine verbindung die mir die dame bekannt machen müsste.
vor circa 3 jahren
Ab uns zu braucht es eben Lückenfüller, damit man die erste Sahne erst zu schätzen weiß
Lily Allen ist ein Skandalpopprinzesschen – eher nicht deine Richtung.
vor circa 3 jahren
ok, also nichts verpasst
vor circa 2 jahren
So, wollte mich nochmal melden, wo ich die Serie angefangen habe. Die ersten beiden Staffeln habe ich mit mehreren Folgen auf einmal und dann längeren Pausen hinter mich gebracht und mich gut amüsiert. Aber die dritte Staffel wird problematisch. Ich mag Bruder Tuck nicht wirklich und Kate ist einfach nur grässlich. Wenn ich daran denke, die die nächste Folge zu sehen (4 oder 5), dann bekomme ich schon fast Bauchschmerzen. Wird die junge Dame irgendwann erträglicher oder sollte ich lieber aufhören?
vor circa 2 jahren
ich hab die 3te staffel aus ähnlichen gründen auch noch nicht geschafft durchzuschauen – vond aher keine ahnung was mit kate wird…