the clash talking

sie haben revolutionäre sounds mit revolutionären ideen verbunden. ihre musik bewegte millionen von fans und war verantwortlich dafür, dass sich tausende von bands gründeten. ich kann mir nich vorstellen, wie mein leben ohne the clash verlaufen wäre. während ihrer glanzzeit waren sie bekannt als die einzige band, die zählt, und 25 jahre später scheint mir dies immer noch der fall zu sein.
diese worte stammen von tom morello (rage against the machine), aus seiner ansprache zur aufnahme von the clash in die rock´n´roll hall of fame 2003 – zumindest laut dem buch the clash talking von nick johnstone. und aus eben solchen zitaten besteht nahezu das komplette buch.
es gibt nicht viele deutschsprachige bücher über the clash, eigentlich merkwürdig für eine solch einflussreiche band. entsprechend musste ich auch sofort zuschlagen, als ich das buch bei einem lokalen buchhändler liegen sah. und innerhalb von 2 tagen hatte ich das buch auch schon durchgelesen, was leider nicht nur daran lag dass es so interessant zu lesen war (was aber auch der fall ist), leider meinte der verlag wohl auch dass der text etwas wenig wäre und hat, um das buch auf eine angemessene seitenzahl zu bekommen, sehr großzügig auch halbleere seiten akzeptiert.
das buch ist eh etwas anders, denn nur das 13 seiten lange vorwort ist ein durchgängiger text, in welchem halt die geschichte der band im schnelldurchlauf erzählt wird, und das eigentliche buch mit seinen 4 kapiteln besteht nur aus zitaten. die kapitel ordnen diese zitate thematisch den jeweiligen phasen der bandgeschichte (die punkrock jahre, auf dem höhepunkt des erfolges, der langsame zerfall, die jahre nach the clash) zu, und überschriften nennen das jeweilige thema, zu welchen die zitate getätigt wurden. die beiden seiten 114 und 115 beispielsweise thematisieren den clash-film “rude boy” und beinhalten 2 zitate von mick jones, eines von paul simonon und eines von ray gange, dem hauptdarsteller des filmes – und damit ist das thema schon abgeschlossen. dafür liefert es halt sehr gute infos, beispielsweise über das verhältnis zwischen joe und mick, oder wie the clash es schaffte dass kein album dem vorherigen glich. man muss halt viel zwischen den zeilen lesen, beziehungsweise die infos der zitate gedanklich verknüpfen.
das macht das buch zwar hochinteressant für jemanden der sich in der geschichte der besten und vielseitigsten punkband aller zeiten schon gut auskennt, ist es doch interessant zu lesen dass beispielsweise joe strummer im nachhinein den anfang vom ende von the clash bereits beim rauswurf von topper headon 1982, und nicht erst beim rauswurf von mick jones 1983 sah. aber es eignet sich halt in keiner weise als einstieg, ohne vorwissen über die band und die punkbewegung sind die vorgeworfenen infohäppchen leider gar nicht zu verarbeiten. im endeffekt ist das buch irgendwie passend zu unserer zeit, wenn man sich vorstellt ein paar clashfans würden einen per twitter mit zitaten zu ein paar fragen zur band bombardieren, das buch entspricht genau dieser vorstellung.
wer also sein wissen über the clash vervollständigen will, dieses buch wird euch gute dienste leisten. und wer erst am anfang steht, sucht euch erstmal ein buch mit normalem text über die bandgeschichte, dieses buch ist halt eher “the clash für fortgeschrittene”!




