tobis gedanken zur bloglandschaft: flattr
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- tobis gedanken zur bloglandschaft: flattr
ich hatte vor kurzem die idee, in unregelmäßigen abständen meine meinung zur bloglandschaft abgzugeben, beziehungsweise von dem was ich von dieser landschaft so sehe. ob eine aktion, ein trend, ein hype, …, einfach meine beobachtungen und die ensprechende meinung dazu, genau das soll in “tobis gedanken zur bloglandschaft” das thema sein. und da die letzten tage ein neuer hype durch die blogs geht, starte ich diese reihe mit dem thema:
flattr will die lösung bieten für die finanzierung freier inhalte im netz. bisher gab es im endeffekt vier möglichkeiten im netz geld zu verdienen:
- etwas verkaufen, die nutzer können also erst nach dem kauf feststellen ob es ihnen das geld wert ist
- ein abosystem, bei welchem nutzer nur mit entsprechend bezahltem abo die inhalte einsehen können
- um spenden bitten, mit paypal-buttons und was es da sonst so alles gibt
- werbung einbauen, und auf klicks hoffen
alle 4 optionen sind nicht das gelbe vom ei, was ich mit beispielen jeweils belegen will:
- das verkaufen gelingt bei bekanntem, aber z.b. eine neue, unbekannte band würde gerne vor ihrer ersten plattenpressung mit ihren songs schon mal ein wenig startkapital aufbauen, aber wer kauft da ein unbekanntes (oder 30 sekunden angeteasertes) lied? vielleicht würde mir die musik super gefallen, vielleicht wäre es meine lieblingsband, aber ohne empfehlung von leuten, denen ich vertraue, kaufe ich da doch nix.
- das abosystem wird gerne von den online-varianten herkömmlicher verlage genutzt, vermutlich weil sie es so gewohnt sind vom zeitungsabo. für jemand mit entsprechend gutem ruf kann das vielleicht funktionieren, aber bei einem blog, bei der o.g. jungen band, bei softwareprogrammierern, … wird ein abosystem nicht funktionieren. vielleicht sind inhalte dabei die ich als nutzer klasse fände, aber die laufenden kosten schrecken ab, und wer kann schon sagen dass die kommenden inhalte ähnlich gut sein werden?
mit paypal und co um spenden für freie inhalte “betteln” ist da schon der um einiges bessere weg. ich habe z.b. einem podcast, den ich seit längerem höre, ein paar euro gespendet per paypal, halt weil ich ihre arbeit anerkennen will. bei einem solchen betrag passt auch der aufwand zum ertrag, aber wenn ich einen comic um netz sehen und mir denken würde, dieser wäre mir 0,50€ wert, überlege ich schon ob ich mich in paypal einloggen sollte. bei noch geringeren beträgen wäre mir persönlich das eh zuviel aufwand, dabei würde sich das für den ersteller vielleicht durch viele nutzer zu einem guten wert “zusammenleppen”.- werbung ist der ganz falsche weg, wenn man ehrlich ist. zum einen nervt werbung viele nutzer, viele nutzer sehen aufgrund von adblock&co die werbung nicht einmal, und sie ist eigentlich nicht dazu da den contentersteller zu belohnen. wenn mir ein artikel richtig gut gefällt, ich darüber berichte und ein paar leute mir durch meinen amazon-partnerlink eine kleine provision zukommen lassen ist das ok, aber das geht nur für blogger, was soll ein programmierer eines wordpress-plugins machen? mehr als leute auf seine seite locken und da werbung schalten kann er nicht. seo und adsense-orientierte seiten sind das ergebnis, der eigentlich content tritt in den hintergrund, ist mittel zum zweck.
einige dieser probleme behebt flattr. ob ein ersteller bekannt ist oder nicht, wenn ich über seinen inhalt stolper und da ein flattr-button ist kann ich der band aus dem beispiel ein paar cent in ihren virtuellen gitarrenkasten werfen. die inhalte sind weiter frei zugänglich, anders als beim abosystem zahle ich nur für das, was mir wirklich gefällt. die flattr-buttons nehmen mir die notwendigkeit des einloggens bei paypal, es ist die überall erwünschte 1-klick-lösung. und die seiten mit den entsprechenden inhalten können die dicken werbe-einblendungen weglassen, es kann wieder das in den mittelpunkt rücken was da auch hingehört, der inhalt!
um dies zu erreichen gibt es aber auch ein paar nachteile: ich (und möglichst viele andere leute) muss ein konto von flattr haben, und dieses mit geld füllen. mindestens 2€ pro monat (der betrag ist natürlich individuell erhöhbar) gehen dann in den verteilbaren topf, und dieser wird am ende des monats unter allen meinen klicks aufgeteilt. von dem monatlichen topf gehen direkt erstmal 10% an flattr selbst, würde ich also mit den 2€ in einem monat 27 inhalte “flattern”, bekäme jeder ersteller circa 0,06€. klicke ich den monat nur 2 flattr-buttons, kriegt der ersteller circa 0,90€, klicke ich gar nix gehen die 1,80€ an eine wohltätige organisation (wäre nett wenn ich auswählen könnte aus ein paar vorgaben durch flattr, keine ahnung ob die sowas schon planen). die 0,06€ klingen jetzt zwar erstmal wenig, aber wenn ich 100 klicks bekomme sind das immerhin schon 6€, 1000 klicks entsprächen in diesem beispiel dann sogar schon 60€. mit richtig guten inhalten sollte das also machbar sein, da eine kleine “entschädigung” für die erstellungszeit zu erhalten.
die idee von flattr ist eigentlich nicht wirklich etwas neues, im endeffekt ist es die web2.0-variante einer spendendose am rande eines infostandes, oder der kollekte in der kirche. ob es sich für einen so kleinen blog wie den meinen lohnt das einzubinden wage ich noch zu bezweifeln (was nicht heisst dass ich das nicht mal ausprobieren werde), aber gerade die universalität der inhalte, für die gespendet werden kann, und die weiter freie zugänglichkeit dieser inhalte, dies macht flattr zu einem interessanten projekt. für seiten mit hohen zugriffszahlen (und am anfang am besten besonders netzaffine menschen) ist flattr bestimmt einen versuch wert! die taz hat diesen versuch bereits gestartet!




vor circa 2 jahren
Bin auch schon öfter über Flattr gestolpert, ich werde mir mal ansehen, wie sich das entwickelt. Im Moment ist mir das noch ein bissel zu früh…
vor circa 2 jahren
zu früh das einzubinden, oder dran teilnzunehmen xooyoo?
vor circa 2 jahren
Zum Einbinden auf jeden Fall… da ich ja ein eher wenig frequentiertes Blog hab, glaub ich kaum, dass bei der aktuellen Verbreitung von flattr ein relevanter Betrag hängen bleibt. Zum teilnehmen kann ich mich aber persönlich eher nicht durchringen
vor circa 2 jahren
So, nachdem ich auch schon einiges über flattr gesehen habe – danke ich dir für die erklärung für dummies wie mich
ich denke ich werds ausprobieren, wenn ich kann =)
vor circa 2 jahren
wenn du es testest, sag mir bescheid wie einfach das geht bei denen!