Table of contents for gedanken zur bloglandschaft

  1. tobis gedanken zur bloglandschaft: flattr

bei netzwertig hat martin überlegt, wie ein neues linkverhalten die blogoshphäre beleben könnte, und über den darauf reagierenden gregel bin ich auf den artikel aufmerksam geworden. wenn man sich die artikel und die entsprechenden kommentare durchliest, und ich will meinen kommentar bei marc da gar nicht ausnehmen, man bekommt irgendwie das gefühl jeder will andere verlinken, und trotzdem verinselt die deutsche bloglandschaft immer mehr. wer ein kleines beispiel für diese entwicklung haben möchte, vergleiche einfach mal die zahl der benötigten verlinkenden blog um in die top100 der deutschen blogcharts zu kommen: im november 2006 (als dieses blog hier entstand) waren das 169, mitte 2008 waren es 186 und heute sind es 87 – ein aufstieg sieht wohl anders aus.

dieser rückgang dürfte an zwei punkten liegen:

  • die “klassischen” blogs werden weniger in deutschland, ist aber auch klar, wenn man die anderen möglichkeiten betrachtet, inhalte oder meinungen im netz zu präsentieren. wenn robert basic modern blogging umreisst, stellt man schnell fest dass das modell des klassischen blogs nur noch ein element der selbstdarstellung im internet ist, nicht mehr das element – facebook, twitter, flickr, tumblr und youtube stellen halt alternativen dar für leute, die nicht die volle bandbreite der möglichkeiten brauchen. vielleicht hätte ray william johnson vor jahren einen blog gemacht, aber warum sollte er das heute machen wenn youtube ihm die veröffentlichung und twitter und facebook die verbreitung seiner equals3-videos so einfach macht – und kostenlos.
  • die verbliebenen blogs verlinken weniger. oben habe ich das wort “verinseln” benutzt, wenn ich im bild bleiben will muss man wohl vermuten, dass die inselbesitzer nicht mehr wegbeschreibungen zu anderen inseln geben, weil sie angst haben der besucher finde dort tollere strände als auf seiner insel, und käme nicht wieder. dass der besucher auf der anderen insel von der tollen ersten insel erzählen könnte, wird halt übersehen. man hat das gefühl den deutschen bloggern fehle es an selbstbewusstsein – wenn ein besucher schon mal kommt, dann darf er bloß nicht wieder gehen, woanders findet er eh was besser! dabei freut sich jeder blogger über einen link, ist dies doch wertschätzung durch den verlinkenden, wie auch entwicklungspotential für den verlinkten blog. zumindest wenn leute dem link folgen, was ja auch kein naturgesetz ist: aktuell kann ich aufgrund meines ersten on tour beitrages bei julia sehr gut sehen wie viele leute den artikel lesen, und wie wenig leute dem link folgen, obwohl sie darüber einen gastbeitrag für ihren blog gewinnen könnten; hätte ich so nicht erwartet!

aufgrund des o.g. artikels über modern blogging überlege ich aktuell nicht nur ob ich nicht mehr verlinken sollte, ich frage mich auch ob ich selbst nicht mehr auf facebook sharen könnte, wenn ich gute artikel in blogs finde. und ob das sharing-tool für twitter, facebook & co, welches in meinem theme standardmäßig zwischen tags und kommentaren sitzt, dort auch seinen dienst gut erfüllt. ich erinnere mich beispielsweise nicht, wann das letzte mal ein beitrag von diesem blog per share oder tweet verbreitet wurde. viele fragen, und ich habe das gefühl von einer befriedigenden antwort noch weit entfernt zu sein!