vor doctor who, und vor stanislaw lem, hatte ich mit science-fiction nicht wirklich was am hut. klar man hat ein einige folgen star trek tng gesehen und fands nett, und star trek kinofilme hat man genauso gesehen wie star wars, aber ich hab das halt gesehen wie ich zur unterhaltung auch andere filme und serien gesehen habe, wichtig war es mir nicht. bei western siehts nicht besser aus, man hat halt ein paar gesehen, mein name ist nobody fand ich gut, die glorreichen sieben auch, aber damit hörts auch hier schon auf. und um die drei aspekte voll zu machen, von buffy und angel hab ich vielleicht eine handvoll folgen gesehen, und fand beides nicht wirklich interessant. wenn also joss whedon eine serie aufzieht, welche science-fiction und western gut geschüttelt zusammenmixt sollte ich eigentlich genau nicht die zielgruppe sein – eigentlich!

firefly

aber firefly, und der nachfolgende kinofilm serenity, beides ist wahnsinnig gut! eigentlich ist die story ganz easy, die besatzung eines kleinen raumschiffes versucht sich mit kleinen gaunereien, schmuggel und illegalen “wrackuntersuchungen” über wasser (oder eigentlich im all) zu halten, und gerät dabei immer wieder in problematische situationen. das interessante an der serie ist, wenig dabei ist easy!

die geschichten spielen im 26ten jahrhundert, in welchem die menschen zwar auf diversen planeten verstreut leben, aber nicht auf aliens getroffen sind. bekannt ist, dass die letzten zwei supermächte auf der erde die usa und china waren, weshalb die menschliche kultur ein für den zuschauer interessanter mix aus diesen zwei kulturkreisen ist, allerdings ist die erde inzwischen unbewohnbar. auf den sogenannten inneren planeten, die von der menschlichen allianz beherrscht werden, ist die technologie recht hoch und erscheint einem wie ein polizeistaat, allerdings reicht der arm der allianz nicht bis zu den sogenannten äußeren planeten, welche nach dem terraformingprozess nun besiedelt werden. da das technologielevel und die staatliche kontrolle allerdings beide gering sind, erscheinen die äußeren planeten mit pferdekutschen, der einfachen architektur und dem oft ausgeübten recht des stärkeren wie aus dem wilden westen.

cover fireflyalso die perfekte region für einen mann wie malcolm reynolds, welcher im erfolglosen unabhängigkeitskrieg auf der seite der rebellen gegen die allianz kämpfte, und nun mit seinem raumschiff serenity versucht möglichst unbedrängt von der allianz zu überleben. bei seinen, selten legalen, projekten wird er von einer interessant zusammengewürfelten crew begleitet: zoe ist eine soldatin die mit malcolm im unabhängigkeitskrieg kämpfte, wash ist der pilot des raumschiffes und ehemann von zoe, kaylee ist die mechanikerin, die sich bei reparaturen eigentlich nur auf ihr gefühl und improvisationen verlässt und der nicht zur loyalität neigende söldner jane. neben dieser ständigen crew lebt in einem der zwei shuttles die companion inara (companions sind sozial hochgestellte prostituierte), und in der (eigentlich) ersten folge kommen noch ein christlicher priester mit ungewöhnlichem wissen und kontakten und ein arzt mit seiner geistig verwirrten schwester an bord. gerade diese neun sehr unterschiedlichen charaktere, ihre entwicklung und die probleme ihres zusammenleben in der halblegalität machen wohl den größten teil der faszination der serie aus!

daneben können aber auch die erzählten geschichten absolut überzeugen, und laut joss whedon in einem interview des dvd-bonusmaterials liegt dies drehsituation. der sender fox war nicht wirklich begeistert von der serie, und tat einiges dafür die serie schnell wieder loszuwerden. wenn man eine serie in falscher reihenfolge, auf einem schlechten sendeplatz und ohne promotion ins renne schickt, kann man darauf wetten sie schnell absetzen zu könnnen, und fox setzte firefly bereits nach 11 ausgestrahlten der 14 gedrehten folgen ab. aber genau das, die gefahr jederzeit abgesetzt zu werden, trieb die schreiber scheinbar dazu in die geschichten noch reinzuschreiben, was sie über die erdachte welt oder die charaktere erzählen wollten, und die serie hat entsprechend auch keine füllmaterialfolgen, jede folge besteht aus einer spannenden geschichte in einer unglaublich real wirkenden welt.

cover serenityreal wirkend ist auch so eine sache bei der serie, denn dadurch dass keine aliens und fremdartigen planeten (gewiss auch dem budget geschuldet) zu sehen sind, hat der zuschauer eine viel stärkere identifikation mit den charakteren. es geht nicht um die erforschung fremder welten oder den erstkontakt mit komisch aussehenden rassen, es geht darum dass menschen versuchen einen job zu finden, mit anderen menschen auf engem raum zusammenzuleben oder sich aus problemen raus zu halten (oder raus zu manövrieren), probleme die uns in der heutigen zeit viel näher liegen. und auch die darstellung ist ganz anders, als man es bei einer weltraumserie erwartet, nämlich “dreckig” wie in einem western der 70er jahre. selbst bei cgi-szenen stimmt der fokus nicht immer und es gibt viele schwenks, beides trägt dazu bei im zuschauer ein gefühl des “mittendrin statt nur dabei” zu erzeugen.

nachdem fox die serie leider so früh abgesetzt hatte, erschien aber eine dvd der gesamten staffel, und der unerwartete erfolg dieser veröffentlichung sorgte dann dafür dass joss whedon die möglichkeit bekam mit dem kinofilm “serenity” die geschichte der 9 weite zu erzählen, auch wenn danach auch nicht alle fragen aus der serie beantwortet sind. außerdem sind wohl einige comics erschienen, im gegensatz zu serie und film sind mir diese aber (noch) nicht bekannt, da werde ich mich mal noch drum bemühen müssen. denn nicht umsonst ist firefly ein aus der amerikanischen nerdkultur nicht mehr wegzudenkender meilenstein! firefly zählt zum besten, was ich in sachen science-fiction gesehen habe!