race to dakerdakar, die westlichste stadt afrikas, ist eine millionenstadt und die hauptstadt des senegal – und zwischen 1978 und 2007 das ziel der rallye dakar, oder rallye paris-dakar, wie sie anfangs hieß. rallies, eigentlich motorsport allgemein, interessieren mich normal gar nicht, und motorräder finde ich zwar grundsätzlich interessant, aber daraus resultiert trotzdem keine beschäftigung mit ihnen – mit ausnahme der abenteuerreisen von ewan mcgregor und charley boorman. und dann sagt man sich halt man schaut auch mal in charleys “race to dakar” rein, und ich muss sagen es lohnt sich die dvd anzusehen.

der anfang ist recht harmlos, da geht es hauptsächlich darum die ausrüstung zu besorgen und an die anforderungen anzupassen, ein team zusammenzustellen und charley fit fürs rennen zu bekommen, sowohl von den fahrfähigkeiten, als auch der körperlichen fitness. am ende der vorbereitung startet ein team aus drei fahrern auch bmw-motorrädern, russ malkin (der bereits producer bei long way round war), kameramann claudio (der dritte biker bei long way round) und 2 mechanikern in einem supportjeep und einem dicken truck zum transport von ersatzteilen und der campausrüstung. als fahrer neben charley boorman sind simon pavey und matt hill, ersterer hatte charley und ewan vor long way round auf den motorrädern trainiert und war vorher bereits 6x bei der rallye dakar gestartet (und 3x durchgekommen), zweiterer ist enduro-fahrer und -filmer. achja, ewan mcgregor hat auch zwei kleine auftritte auf den dvds, zum einen bei der vorstellung des teams in london und er begrüßt das team dann in dakar.

die ersten rennabschnitte, die auch noch auf der ersten dvd platz gefunden haben, sind auch noch halbwegs ok, ein paar technische probleme mit den fahrzeugen, aber es geht alles noch im vergleich zu dem was einen auf der zweiten dvd erwartet. weil auf der erfährt man dann wirklich welch krankes chaos die rallye dakar ist, denn da passiert eigentlich durchgängig irgendeine scheisse:

  • an tag 5 stürzt charley, bricht sich beide hände, fährt aber noch die tagesstrecke zu ende (was noch 170 meilen oder sowas waren). mit seinen zwei gipsarmen reist er dann aber nicht ab, sondern bleibt bei seinem team und übernimmt im endeffekt aufgaben eines team-managers indem er sich um die verbliebenen fahrer kümmert oder ersatzteile besorgt, was während der rallye schon mal etwas schwieriger sein kann. ohne das selber fahren kann er in der sendung einiges mehr von der rallye zeigen, nämlich den problemen “hinter den kulissen”.
  • an tag 9 kommt matt an einen punkt, wo er aufgrund von ermüdung und erschöpfung einfach nicht mehr kann. per funk teilt er dies der rennleitung mit, und eigentlich sollte dann ein sogenannter sweepertruck ihn aufsammeln, aber es geht alles schief und so sitzt er mehere tage in der wüste fest, seine vorräte an essen und vor allem wasser gehen zu neige, und am ende muss er sich 1000€ von einem anderen fahrer leihen um sich per taxi nach dakar fahren zu lassen um irgendwie wieder zu seinem team zu stoßen. an einem morgen, als matt noch in der wüste sitzt, sagt einer der rennoffiziellen dass es probleme mit der rettung gibt, da von den über 130 motorrädern die am tag vorher gestartet waren, noch 80 auf der strecke oder “vermisst” waren.
  • am selben tag stirbt ein fahrer eines anderen teams, andy caldecott bei einem unfall. er ist der einzige fahrer im jahr 2006 der bei der rallye stirbt, was unter dem jahresdurchschnitt von 2 toten fahrern pro rallye dakar liegt. allerdings werden zwei einheimische kinder von autos angefahren und sterben.
  • der supportjeep hat mehrfach “pannen”, so dass zeitweise nicht klar ist ob sie ihn wieder fahrtüchtig bekommen können

ich denke es ist bezeichnend dass marc coma, der sieger des jahres in der klasse der motorräder in dem film nicht vorkommt. die dokumentation zeigt dass für die meisten teilnehmer nicht darum geht als erster nach dakar zu kommen, sondern überhaupt nach dakar zu kommen. normalerweise kommen 40% der motorräder ans ziel, damit liegt das team mit 1 von 3 startern im ziel gar nicht so schlecht, wenn man bedenkt dass es für 2 fahrer die erste rallye dakar war.

bullion hatte mich gefragt, ob die dvd auch für nicht-motorrad-freaks interessant ist, und da ich kein solcher bin, und es interessant fand, könnte man die frage mit ja beantworten, aber ich bin mir nicht sicher ob das für jedermann gilt. race to dakar ist ganz was anders als long way round, long way down oder die by any means, es geht nicht um abenteuerreisen mit geilen landschaftsbildern und interessanten begegnungen – es geht nur um eine rallye. aber halt auch ganz anders, als man es sonst im fernsehen mitbekommt, denn da bekommt man vielleicht mal als eine der letzten nachrichten in der tagesschau dass ein fahrer gestorben ist, oder wer gewonnen hat, hier aber bekommt man einen beängstigenden einblick welch eine kranke hölle die rallye für die fahrer sein kann. wenn charley seine zwei gipsarme in die kamera hält und mit sehr ernstem gesicht sagt “i guess i was really lucky”, dann sagt das denke ich schon einiges aus. von daher, gut möglich bullion, das musst du für dich entscheiden, ich denke du kannst dir vorstellen was dich erwartet.