cork

War ruhig hier die letzte Zeit, eh? Hatte allerdings den Grund dass in meinem Leben genau das Gegenteil abging, und noch abgeht: Ich habe meine Zelte in Deutschland abgebrochen, und bin nach Irland ausgewandert. Es ist irgendwie schon ein komisches Gefühl die Wohnung leer zu machen, das Auto und einiges weiteres zu verkaufen, die paar restlichen Sachen einzulagern und dann mit einem Seesack und zwei Rucksäcken nach Gatwick und dann weiter nach Irland zu fliegen.

Naja, seit Ende Februar habe ich eine Wohnung in Cork, nen neuen Job in ner neuen Firma, und entsprechend viel zu tun und wenig Zeit fuer den Blog. Und noch einiges zu klären, beispielsweise habe ich noch kein Internet zuhause, nur auf Arbeit.Mit der Sprache komme ich soweit schon klar, wofür kuck ich seit längerem Sachen wie Doctor Who, Life on Mars, IT-crowd und so weiter nur noch auf Englisch, und wenn Jemand hier doch zu schnell und/oder mit zu starkem Akzent spricht muss ich ihn halt drauf hinweisen dass ich noch nicht lange in Irland bin, und schon klappt das prima. Entweder die Iren sind da echt locker und freundlich, oder es liegt daran dass Cork als Hafenstadt und mit nen paar grossen auslaendischen Arbeitgebern einfach dran gewöhnt ist dass Leute wie ich auftauchen.

Mit Kilometern und Euros ist Irland ja zumindest nicht ganz so ungewohnt wie andere Staaten auf den britischen Inseln, aber in Sachen Strassenverkehr ist noch einiges an Anpassung meinerseits nötig: Ampeln beispielsweise scheinen zumindest fuer Fußgänger reine Vorschläge zu sein wann man die Strasse ueberqueren koennte, aber normal geht man halt wenn man denkt dass es passen koennte, und im Notfall wird das Auto bestimmt bremsen. In Kombination mit dem Linksverkehr ist das recht witzig weil ich ab und an doch noch in die falsche Richtung kucke um nach Autos Ausschau zu halten, aber das wird schon besser. Aber das geilste sind Busse, die ich ja nun ohne Auto in Irland etwas mehr nutze: Markierungen an Bushaltestellen, welche Linie hier abfahren koennte sind selten, ausgehängte Fahrplaene noch seltener, aber die Fahrplaene sind eh mehr so eine Art Richtwert wann ein Bus auftauchen koennte, besser man ist ein paar Minuten vorher da und hat kein Problem damit doch noch was zu warten. Dafuer sind die Busfahrer die menschlichsten die ich je erlebt habe, vor ein paar Tagen war ich in der Innenstadt unterwegs und wollte mit Linie 2 wieder nach Hause fahren, ungefähr 100m vor der Bushaltestelle kommt mir mein Bus entgegen, er war wohl ein bisserl frueher losgefahren. Praktischerweise musste der Bus an ner Ampel halten (irische Autos finden Ampeln zum Glück interessanter als irische Fussgaenger es tun), ich musste nicht einmal an der Tuer klopfen, der Busfahrer liess mich einfach unterwegs kurz rein, ich habe sogar schon erlebt dass ein Busfahrer mitten auf der Strecke extra anhielt um einen Fahrgast aufzunehmen der ihm Handzeichen gab – im Vergleich zu deutschen Busfahrern eine erhebliche Verbesserung, bei denen hatte ich manchmal das Gefuehl dass sie an Bushaltestellen warteten um Heranrennenden extra direkt vor der Nase wegzufahren – da sind mir die hier in Irland doch lieber.

Insgesamt muss ich sagen bisher gefaellt es mir richtig gut hier, selbst der Regen ist seltener als ich dachte, auch wenn sich Irland bei meiner Landung alle Muehe gegeben hat mich auf alles vorzubereiten, waagerechter Regen auf dem Flugfeld ist doch ne passende Begruessung, die man sich fuer Irland so vorstellt, oder? Auf Anhieb faellt mir grad nicht weiter was ein, was ich euch erzaehlen koennte, von daher fragt einfach! Und freut euch auf Burgentouren, ich hoffe im Sommer die irischen Burgen etwas unsicher zu machen!