getaggt als deutsche kolonien

blogrückblick 2010

letztes jahr hab ichs auch gemacht, und auch wenn gegen ende des jahres bei mir blogtechnisch etwas die luft raus war, einen kleinen rückblick auf das vergangene jahr für diesen blog will ich dann doch noch riskieren. um das zu tun gibts wohl unendlich viele möglichkeiten, aber der beitrag vom letzten jahr gefiel mir eigentlich ganz gut von der länge und dem informationsgehalt, also halte ich mich an diesen als vorbild:

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deutsche kolonien – traum und trauma

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ich habe vor uhrzeiten mal eine serie angefangen, welche ich zu meiner schande noch nicht beendet habe, trotz des klar abgegrenzten themengebiets: deutsche kolonien (und ja, ich plane die serie in nächster zeit wieder anzugehen und abzuschliessen, vielleicht sogar die vorhandenen artikel zu erweitern). das thema interessiert mich, ist die deutsche kolonialgeschichte doch eine entscheidend andere als die anderer kolonialisten. bei meiner burgentour im juli diesen jahres waren wir in einer bonner buchhandlung, und da habe ich, unter anderem, ein buch zu eben dieser thematik gekauft: deutsche kolonien – traum und trauma.

und dieses buch hat es in sich, mehr als 450 seiten erscheinen erstmal eine wahre fundgrube an informationen zu deutschen niederlassungen in afrika, südamerika und asien, selbst die versuche früher deutscher kolonien und die verwickung deutscher personen in den kolonien anderer nationen werden behandelt. leider gibt es aber auch negatives, welches mir in dem buch auffällt: More >

deutsche kolonien – kiautschou

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nach der halbzeit gehen wir mit folge fünf der serie wieder zurück zum pazifik, nur diesmal nördlicher, nämlich nach china, oder genau gesagt dem von china für 99 jahre gepachteten kiautschou. nachdem die briten ab 1839 mit den opiumkriegen china für den westlichen handel geöffnet hatte, entstand in deutschland der wunsch in china sowohl einen eigenen handelsplatz zu haben, als auch einen flottenstützpunkt. die 99jährige britische pacht von hongkongs von china ab 1898 ist weithin bekannt, dass ab dem selben jahr ebenfalls für diesen zeitraum von deutschland gepachtete kiautschou ist dagegen wenig bekannt, obwohl die geschichte ähnlich ist. wie hongkong wurde auch die deutsche kolonie erst militärisch erobert, und nachträglich dann von china gepachtet. More >

deutsche kolonien – deutsch-witu

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im vierten teil, also direkt vor der halbzeit der serie, kommen wir zu deutsch-witu, einem kurzzeitigen versuch im osten afrikas ein schutzgebiet neben deutsch-ostafrika zu errichten. dieses schutzgebiet stellt ein recht unbekanntes und auch nicht unbedingt ehrenvolles kapitel der deutschen kolonialgeschichte dar. der in witu ansässige sultan ahmad stand in durchängigem konflikt mit den sultanen von sansibar, und um diesen problemen zu entfliehen verkaufte er 1885 den deutschen brüdern denhardt einen teil seines landes und stellte auch den rest unter deutschen schutz. proteste von sansibar wurden mit hilfe von deutschen kanonenbooten zum verstummen gebracht, aber bis auf eine kleine schutztruppe investierte das deutsche reich nicht in diese kolonie. More >

deutsche kolonien – deutsch-südwestafrika

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wir bleiben auf dem afrikanischen kontinent, der dritte teil der serie lässt den fokus nach südwesten wandern, nach deutsch-südwestafrika! gerade diese kolonie hat einiges an spuren hinterlassen, obwohl es weder die stärkst ausgebaute, noch die wirtschaftlich stärkste kolonie war. 1883 hatte heinrich vogelsang, im auftrag des händlers adolf lüderitz, im gebiet nordwestlich des britischen südafrika erworben, mit der britischen enklave walfischbai, welches die briten bereits 1878 besetzt hatten. schnell erwirkte lüderitz bei bismarck den schutz des reiches, und bis 1890 erreichte deutsch-südwestafrika mit 835.000 km² die anderthalbfache größe des reiches, bei gerade mal 200.000 einwohnern. 1904 lebten im schutzgebiet gerade mal 2500 deutsche und 1300 andere weiße (vor allem buren und briten) – der rest wären hauptsächlich die (mehr oder weniger einheimische) herero, ovambo und die “hottentotten” genannten nama. More >

deutsche kolonien – deutsch-ostafrika

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beim zweiten teil der serie geht es in einem großen satz aus der südsee an die ostküste afrikas, dem ehemaligen schutzgebiet deutsch-ostafrika. die geschichte dieser kolonie ist eng verbunden mit dem namen dr carl peters, dem gründer des schutzgebietes. als es ihn beruflich nach london verschlug, entwickelte er starke bewunderung für englands weltmachtstellung und kolonialismus, und wünschte sich eine ähnliche stellung deutschlands in der welt. nach der gründung einer kolonialgesellschaft 1884 reiste er nach ostafrika und begann sofort dort ansässige stämme schutzverträge unterschreiben zu lassen – naja eigentlich machten die häuptlinge einfach nur kreuzchen unter deutschsprachige formulare, welche peters und seiner gesellschaft im grunde das recht gaben mit dem land zu machen was sie wollten. aber was für gerechtigkeit kann man auch schon von einem kolonialisten erwarten, welcher selbst in seiner zeit als besonders rassistisch galt? naja, mit den verträgen trat peters dann an bismarck heran, und nachdem peters gedroht hatte das gebiet belgien anzubieten ließ bismarck auch den kaiser den schutzbrief ausstellen. More >

deutsche kolonien – deutsch-neuguinea

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als erste kolonie unserer serire stellen wir direkt die entfernteste vor, deutsch-neuguinea. 1884 hatte sich in berlin die “neuguinea-compagnie” gegründet, und obwohl bismarck wenige jahre zuvor noch den plänen einer deutschen kolonie in der südsee ablehnend gegenüberstand, erhielt sie noch im selben jahr die zusage, dass das von ihnen in der südsee geplante staatswesen unter dem schutz des deutschen reiches stehen würde. bis ende des jahres gelang es dr. otto finsch im auftrag der gesellschaft in einigen gebieten die deutsche flagge zu hissen, und bis 1899 sollte das schutzgebiet immer wieder durch verträge mit anderen kolonialmächten, flaggenhissungen und schutzverträge mit eingeborenen vergrößert werden, es umfasste, mit ausnahme von samoa, alle deutschen besitzungen in der südsee. man hatte sehr genau darauf geachtet die gebietsinteressen der niederlande und englands zu wahren, und tatsächlich konnten die dann natürlich doch auftretenden konflikte allesamt recht zügig und vor allem friedlich gelöst werden, panzerkreuzerpolitik war hier eigentlich nicht nötig. bis 1899 hatte die neuguinea-compagnie einige hoheitsrechte selbst ausgeübt, verkaufte dem deutschen reich dann aber diese hoheitsrechte. es wurde leider nur eine volkszählung in der gesamten zeit des schutzgebietes durchgeführt, und diese ergab 1912 um die 500.000 einwohner, interessanterweise darunter noch nicht einmal 1000 deutsche! More >